Rein spannungstechnisch betrachtet ist "Funhouse" allenfalls ein unterdurchschnittlicher Slasher. Was den Film vom Unterhaltungswert her gerade noch auf Mittelmaß aufwertet, ist die recht gelungene Atmosphäre des Jahrmarktes und seiner Attraktionen in knallbunten, schaurig-schrägen Bildern.
Schon die Figurenkonstellation lässt nicht allzu viele dramaturgische Gestaltungsmöglichkeiten zu, da mit vier potentiellen Opfern in Gestalt der üblichen, völlig konturenlosen Teenies nicht viel Staat zu machen ist. Die Nebenhandlung um den kleinen Bruder von Amy, der sich auf dem Jahrmarkt mehr oder weniger verläuft, ist überdies sinnlos und entsprechend reizlos und überflüssig.
Zwar kommt der Film mit einem durchaus stimmigen Auftakt, welcher eine überaus berühmte filmische Duschszene gelungen aufs Korn nimmt, zunächst ganz passabel in die Gänge. Zuvor zeigt Tobe Hooper noch parallel zu den Credits zahlreiche animierte Puppen, die dem Zuschauer dann später auf dem Jahrmarkt wieder begegnen und die auf (un)natürliche Weise bizarr und gruselig wirken. Überaus wohlwollend mag man sich ergo auf die Handlung einlassen, wobei die nun für eine gute halbe Stunde lediglich darin besteht, den vier Teenies beim Jahrmarktsbesuch zuzuschauen.
Von der schrägen Wahrsagerin bis hin zu Freakshows (wer schon immer mal 'ne Kuh mit Hasenscharte sehen wollte...) ist hier einiges geboten, was den Bummel zwar nicht spannend, aber immerhin kurzweilig macht. Wer mag kann hier und da nach Verweisen auf "Elephant Man" oder natürlich "Freaks" suchen, wird aber feststellen, dass es Hooper lediglich um puren Voyeurismus ging und von sozialkritischen Subtexten nicht die Rede sein kann.
Der Killer - soviel sei verraten - mutet dann rein optisch(!) auch wie eine Mischung aus dem Elefantenmenschen und dem Monster aus "Castle Freak" an. Weitere Vergleichsmöglichkeiten enden jedoch exakt an dieser Stelle und auch die Beziehung des Monsters zu seinem sozialen (menschlichen) Umfeld liefert keine zufriedenstellenden Einblicke auf dessen Motivation oder emotionales Innenleben.
Immerhin drückt Hooper in den letzten Minuten noch mal ein wenig aufs Gaspedal, was den Unterhaltungswert des gut letzten Drittels des Films aber auch nicht mehr aus dem Keller holt. So ist auch das Ende absolut banal geraten und es tut Not zu monieren, dass der Film im Grunde einfach nur aufhört.
Schauspielerisch reißt auch keiner der Mitwirkenden etwas (wie auch, die Rollen geben ja quasi nichts her), aber schlechterdings wirkt gerade Elizabeth Berridge als Amy immer wieder mal unglaubwürdig, wenn sie von einer aufgesetzten Gefühlsregung (etwa Angst) zu einer anderen (etwa Überraschung) wechselt.
Wer dem doch recht speziellen Setting etwas abgewinnen kann und 80er Jahre Horrorkäse mag, der wird wahrscheinlich nicht völlig enttäuscht sein. Eine Garantie dafür bis zum Ende wach zu bleiben bedeutet dies freilich nicht.