Review

Midgar

Allzu gut gealtert ist „FF VII: Advent Children“ nicht. Vor allem visuell haben Zeit, Technik und die bisherigen zwei Drittel der wunderschönen Remake-Trilogie schon gehörig am Status dieses filmischen Add-Ons geknabbert, gezeigt wie es mittlerweile aussehen kann. Aber 2005… holla, war das damals ein Knaller! Das hätte man sich als FFVII-Fan nicht feiner erträumen können… Erzählt wird zwei Jahre nach den weltverändernden Ereignissen aus dem PSone-Klasiker von den Toren Midgards, wo Cloud plötzlich von drei Unbekannten auf Motorrädern angegriffen wird, die von einer „Mutter“ faseln und die scheinbar noch ein Hühnchen mit dem berühmten Panzerschwertträger bzw. dessen Vergangenheit zu rupfen haben…

Selbst als Spieler (ich sage ausdrücklich Spieler, nicht Fan!) nahezu aller FFVII-Teile und -Ableger steht man in „Advent Children“ manchmal auf dem Schlauch. Das ist schon hardcore nur für Eingeweihte gemacht. Einsteigerunfreundlicher geht’s kaum. Aber warum auch nicht. Muss ja nicht immer alles ellenlang erklärt werden und für die Masse sein. Wer sich genauer mit dem FFVII-Kosmos beschäftigen will, dem wird eh fast jeder sagen: es lohnt sich! Und dann gehört auch „Advent Children“ aus 2005 irgendwie zum Pflichtprogramm, aber wie gesagt eher als Zeitdokument und befriedigender Nachklapp. „Advent Children“ hat zudem sichtbar massiv Weichen gestellt für Designs, Ideen und Kniffe der Remakes. Die Optik ist mittlerweile zwar etwas angestaubt, vor allem die Auflösung liegt ärgerlich tief, selbst auf der 4K-Scheibe, aber wenn man sich einigermaßen auskennt gibt’s hier ewig viel als Wiedergutmachung. Die Synchronsprecher im Englischen sind absolut bei der Sache und eigentlich echt spektakulär gut, auf Hollywoodniveau. Die vielen bekannten Figuren wiederzusehen tut gut und nahezu alle wurden klasse umgesetzt. Man darf nicht vergessen, wo man damals herkam und dass an heutige Grafik und Möglichkeiten nichtmal gedacht werden konnte. Der Score ist epochal und pompös, wie man es von einem Final Fantasy erwarten darf. Einige Actionszenen sind schmerzfrei, pfeilschnell, top choreographiert und ziemlich sensationell. Und weil man damals nur die klobigen PS1-Versionen und -Figuren kannte, war man eben weggeblasen und besonders beeindruckt. Die neuen Widersacher haben es in sich, trotz leichter Edgelordigkeit. Viele bekannte Schauplätze werden neu interpretiert und klasse geupdatet. Und als filmischer Abschluss und quasi DLC zum Staunen und Zugucken taugt das allemal. Es ist wie gesagt aber ein Projekt rein für die Fans. Ein süßes Dessert. Fanservice korrekt, krachend und konkret gemacht. Trotz ein paar bescheuerter Dialoge und nahe null Schwimmflügelchen für Uneingeweihte. 

Fazit: für Neulinge unübersichtlich bis chaotisch - für „FF VII“-Fans jedoch ziemlich bombastisch! Selbst wenn mittlerweile der Wow-Effekt längst gewichen ist.

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