Mal wieder Lust auf ein herrlich makaberes Filmchen? Vielleicht auf ein Filmchen, in dem es darum geht, wie man eine, aus versehen in einer Fleischerei tiefgefrorene, Leiche verschwinden lässt? Ja? Dann lasst euch dieses nette Sonntag-Nachmittag-Filmchen wohlig bekommen, auch wenns am Anfang etwas fade schmeckt.
Hinter dem dämlichen deutschen Titel "Tau mich auf, Liebling" steckt eigentlich eine ganz nette 08/15-Komödie, wie es sie in den 80ern zu Hauf gab. Wenn auch eine recht Makabere. Es geht um die Freunde Dave und Ernie, die zusammen eine Fleischerei führen. Als Ernie aber aus versehen im Kühlraum eingeschlossen wird und stirbt, setzen Dave und Ernies Ehefrau Sunny alles daran, die Leiche verschwinden zu lassen. Nur wie? Die Geschichte ist schnell erzählt und ist alles in allem auch recht Innovationslos. Trotzdem kann sie ein paar gar herrlich schräge Situationen verzeichnen und hat mit der durch und durch sympathischen Hauptfigur auch ein gutes Ass im Ärmel. Alles in allem nichts besonderes, doch für eine kleine Komödie für zwischendurch ganz annehmbar.
Die Gags des Streifens sind dabei natürlich recht makaber. Wie soll man die Leiche verschwinden lassen? Vielleicht durch den Fleischwolf drehen? Doch wie machen, wenn ein Detektiv (gar köstlich: Randy Quaid) einem an den Fersen klebt? Ein guter Tummelplatz für einzelne deftige Witze, die zwar unterm Strich dennoch weit harmloser sind als z. Bsp. beim aktuellen Fleischer-Hit "Dänische Delikatessen", aber für Zartbesaitete dennoch nicht zu empfehlen sind. Zwar sind auch reichlich Blindgänger mit an Bord, doch alles in allem kann man sich schon amüsieren.
Schade nur, dass das ganze Treiben erst einmal gut 35 (von ca. 89) Minuten braucht, um zu Potte zu kommen. Die Einführung in die Geschichte und die Vorstellung der verschiedenen Charaktere ist doch recht langatmig und ermüdend geraten. Das Ernie ein Schwein ist, merkt man eigentlich recht schnell und das Dave nie das Zeug dazu hat, eine menschliche Leiche in seine Einzelteile zu zerlegen, auch. Da braucht es nicht noch einige Ausuferungen, um die schnell erkannten Tatsachen zu untermauern. Aber nun gut, dafür geht es dann aber bald ziemlich rund.
Die Inszenierung hält sich dabei auf typischen 80er-Jahre-Komödien-Niveau. Sprich nicht gerade aufwändig, aber in allen Belangen doch ausreichend. Und vor allem die nette Musik kann schnell ein gewisses 80-Jahre-Feeling aufkommen lassen.
Was die Darstellerleistungen angeht, kann man sehr zufrieden sein. John Lithgow spielt seine sympathische Looser-Figur recht glaubwürdig und kann dadurch sehr schnell alle Sympathien auf sich ziehen. Bei Bruce McGill ist es da genau anders herum. Seine gekonnte Darstellung des unsympathischen Macho Ernie, macht ihn schnell zu einem "Bloß schnell um die Ecke bringen"-Typen, denn man möglichst schnell erfroren im Eisschrank sehen will.;) Und Randy Quaid steht wieder einmal voll in seinem schauspielerischen Element. Für mich bleibt er, nach wie vor, einer der besten Charakter-Darsteller überhaupt!
Fazit: Ganze nette 80er-Jahre-Klamotte, die mit ihrer sympathischen Hauptfigur, der lustigen, wenn auch anspruchslosen, Geschichte und einzelnen deftigen Gags, sicher nur die wenigsten Zuschauer enttäuschen dürfte. Auch wenn die erste halbe Stunde ziemlich quälend lang auf einen wirkt, so kommt man in der zweiten Hälfte aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. Wenns also am Sonntag mal wieder regnet und die Videothek um die Ecke (oder die Glotze) den Film im Angebot hat, dann darf man sie sich ruhig einmal anschauen. Und das kann ja schließlich nicht jeder Streifen von sich behaupten!
Wertung: 6,5/10 Punkte