"In der Gewalt der Zombies“ ist ein Film, den wirklich niemand gebraucht hat. Die mit beispielloser Ödnis umgesetzte Story handelt von einer mysteriösen Zombieinsel – wie jeder von uns schon einmal schmerzlich erfahren musste, gibt es kein unoriginelleres Thema als dieses. Regisseur Joe D’Amato versteht es jedoch, die miese Ausgangsidee in eine noch miesere Inszenierung zu verwandeln.
Das Machwerk beginnt in einer Irrenanstalt (für einige des Filmteams ein sicher nicht ganz unvertrauter Ort...), in welcher die attraktive Nutte Fiona (Dirce Funari) vom bärtigen Bootskapitän Larry (George "Man-Eater“ Eastman) ordentlich durchgebumst wird. Wer sind die beiden? Wie sind sie dorthin geraten? Diese Fragen beantwortet D’Amato dem vor nervöser Erwartung an seinen Fingernägel kauenden Zuschauer mittels einer geschickten Rückblende: Ein Mann namens John Wilson steht unter der Dusche und lässt sich von zwei Prostituierten die Schlange polieren. Als sein stetig wachsendes Glied voller Schaum ist, bemerkt die eine so etwas wie: "Nicht, dass er dann nach Seife schmeckt“ – die Ausleihgebühr für das ranzige VHS-Tape ist mit dieser Äußerung definitiv gerechtfertigt! Nach dem netten Duschintermezzo geht’s auf einem Hotelzimmer weiter. John erzählt den Miezen, dass er als Architekt für eine Hotelkette die nahe gelegene und sagenumwobene "Katzeninsel“ inspizieren soll und fragt, ob sie nicht mitkommen würden. Als John den Namen der Insel ausspricht, verlassen die Damen panisch das Hotelzimmer – dabei wurden sie für ihre Dienste doch noch nicht einmal bezahlt!
Kurz darauf trifft John auf die Edelhure Fiona und man sucht den Bootskapitän Larry auf, der John und seine Mietliebe zur von den Eingeborenen gemiedene Insel bringen soll. Nun nimmt D’Amato sich (und dem Zuschauer) viel Zeit und zeigt nicht enden wollende Fickszenen, die sich durch das Bedürfnis der Handlung, voranzuschreiten, aber nicht stören lassen – oh, ich habe vergessen, zu erwähnen, dass sich zu Beginn des Films einige Zombies in der Hafenstadt herumtrieben, als Vorboten des "Spektakels“ sozusagen.
Als die drei wagemutigen Abenteurer das gefürchtete Eiland betreten, werden sie von einem alten Sack, der mitsamt Tochter Luna (Laura Gemser) dort lebt, vor den Untoten gewarnt, die auf einem nahe gelegenen Friedhof begraben lägen und deren Zorn leicht zu erwecken sei. Nach dieser subtilen Vorrausdeutung fragt man sich ständig, wann die besagten Untoten denn nun auftauchen, wird dabei aber von zahlreichen, unmotivierten Bumsereien abgelenkt. In der folgenden halben Stunde kommt es zum Sex zwischen John und Fiona, Fiona und Larry, sowie Fiona und Luna.
Irgendwann, man mag es kaum glauben, steigen dann tatsächlich die Toten aus ihren Gräbern. Hier ein paar hervorzuhebende Details des beknackten Showdowns: Johns dicker Schwanz wird abgebissen, Larry steckt ein paar Zombies in Brand und der eine oder andere der lebenden Toten wird mit einem schlechten Make Up-Effekt – ich meine natürlich Kopfschuss – in die ewigen Jagdgründe geschickt.
Fiona und Larry überleben die Chose zwar, landen aber völlig hirnverbrannt in der eingangs erwähnten Klapse – jedoch nicht, ohne die restliche Zeit auf der Insel noch für eine Rammeleinlage genutzt zu haben.
In einigen Sequenzen von "In der Gewalt der Zombies“ vermag man schon fast so etwas wie Atmosphäre zu verspüren, aber D’Amato gelingt es immer wieder, besagte Szenen so unendlich in die Länge zu ziehen, dass selbst der geduldigste Fan schlurfender Leichen schnarchend wegnickt. Nacktheit, Sex und lachhaft chargierende Darsteller lassen den Film nicht durchgängig öde werden, allerdings ist er auch nicht beschissen genug, um über ihn lachen zu können und die im Finale zu "bestaunenden“ Splatter-Effekte können eh keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken, geschweige denn beeindrucken.
Einer der dümmsten und langweiligsten Zombiefilme aller Zeiten.
PS: Meine Kritik bezieht sich auf eine nicht vollständige "ASTRO"-Fassung. Es gibt wohl noch eine Version, die ein paar schlüpfrige Details mehr enthält, aber wen interessiert das schon...