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Nachdem Zombiefilme Anfang der 80er Jahre mächtig Kasse machten und sich Sex ebenfalls recht gut verkaufte, hatte Geschäftsmann Joe D´Amato die grandiose Idee, diese beiden Genres - ähnlich wie bei EMANUELLE E GLI ULTIMI CANNIBALI - miteinander zu verbinden und doppelt Geld zu scheffeln. Herausgekommen ist dabei wie nicht anders zu erwarten ein kleines Anti-Meisterwerk.

Ein Seebär (Man Eater George Eastman als Sympathieträger ! ), ein reicher Amerikaner sowie dessen Geliebte segeln zur sogenannten Katzeninsel, die der Amerikaner Wilson erworben hat, um darauf ein Hotel zu bauen. Neben einer schwarzen Katze, die lauter knurrt als mancher Rottweiler, beherbergt die Insel jedoch noch Laura Gemser, einen blinden Alten und jede Menge Zombies, die sich prompt erheben, um die imperialistischen Bestrebungen Wilsons zu vereiteln. Der Seebär und die junge Frau können zwar entkommen, bezahlen das Abenteuer jedoch offensichtlich mit ihrem Verstand.

Dieses Machwerk als Kolportagefilm zu bezeichnen wird der Sache nicht gerecht; in der Tat stellen die erotischen Zombies neben den cineastischen Tiefschlägen von Helge Schneider wohl das unterste Niveau dar, auf das sich ein Spielfilm begeben kann. Trotzdem kann dem Film ein gewisser Unterhaltungswert nicht abgesprochen werden, die unglaublich billige und schlampige Inszenierung sorgt ständig für unfreiwillige Komik.

Das fängt schon bei den Zombies an: Um den Kopf gewickelte Lumpen sollen teure Make-Up-Effekte ersetzen, darüberhinaus bewegen sich die Guten noch langsamer als die Reitenden Leichen. Andererseits kommt es gelegentlich auch vor, daß sie irgendwo im Hinterhalt lauern oder gar von Palmen springen. Ein Zombie spuckt gar angewidert ein Stück durchgebissene Kehle wieder aus.

Bis man sich jedoch an den Lumpenmännern erfreuen darf, wird vor schöner Inselkulisse eine plumpe Sexszene an die nächste gereiht. Dabei fällt auf, daß die meist nackten Hauptdarstellerinnen eigentlich viel zu gut für einen solchen Schrottfilm aussehen, schauspielerisch aber genauso dumpf daherkommen wie ihre männlichen Kollegen (besonders fies: Mark Shannon mit Schnauzbart und Goldkettchen).

Zur nicht vorhandenen Logik der rudimentären Handlung kann man zumindest anmerken, daß das ganze durch die Rahmenhandlung in der Klapsmühle notdürftig als verdrehte Sexualphantasie eines Bekloppten gedeutet werden kann. Dieser Bekloppte wird obendrein auch noch von Drehbuchautor George Eastman verkörpert, so daß man hier beinahe schon einen Selbstironischen Ansatz vermuten kann...

Die Musik besteht aus für die damalige Zeit typischen Discorhythmen in den Sexszenen und schaurigen Klängen, in die sich immer wieder sakrale Untertöne schleichen (düstere Orgeln und sogar eine Art elektronisch verfremdeter Mönchsgesang).

Jüngst wurden gar endlich die hartnäckigen Gerüchte bestätigt, daß von dem Film eine Hardcore-Fassung existiert. Durch das Pornomaterial wird der Gesamteindruck zwar nicht wesentlich besser, jedoch darf man sich nun unter anderem an einem abgebissenen Geschlechtsteil und einer auf ungewöhnliche Weise entkorkten Champagnerflasche erfreuen. Allerdings muß man auch den Anblick Mark Shannons ertragen...

Für Trash-Fans ist dieser Film vor allem in der Hardcore-Version uneingeschränkt zu empfehlen, für alle anderen gilt: Finger weg!

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