Endlich endlich habe ich ihn gesehen und ich bin in der Tat überrascht und begeistert. Gut, "In der Gewalt der Zombies" ist ein ziemlicher Schmuddelfilm, der in der Hardcore - Langfassung einige Hardcoresexszenen enthält, die sich ziemlich banal und deplatziert in die Story einfügen...,was aber dann wenig ausmacht und auch kaum stört, solange man gegen sowas nicht abgeneigt ist. Klar kann man auch dadurch verstehen, warum der Film bei einigen Schreibern hier nicht so gut ankommt und teils verachtend abgeschrieben wird.
D'Amato hat hier aber trotz allem einen atmosphärischen Klopper hingeschmissen, der so farblos, schmutzig und schundig wie einst "Man - Eater" , Sado etc. präsentiert wird, dass jeder 80er Italotrashfan nur so begeistert sein dürfte. Der Score ist meines Erachtens auch sehr sehr geil geworden und kann hier und da auch mal etwas wie Spannung in der nicht gerade komplexen Story aufbauen. Der Score ähnelte mir stellenweise arg an den von Man - Eater, oder?
Nun mal zur Story, die grösstenteils von anderen Italozombiekloppern abgekupfert wurde. So haben wir hier eine Zombieinsel, die von einer Gruppe bereist wird (siehe: Woodoo oder Zombie Holocaust). In dem Falle, eine Frau, George "Man - Eater" Éastman und ein Wohlhabender, der gewillt ist ein Ferienparadies auf der Insel zu errichten. In der Stadt aber, erzählt man sich von Flüchen, von Zombies etc. und auch die 2 warnenden Bewohner der Insel, ein alter Mann ( das Gesicht erinnert mich irgendwie an einen Zombiestatisten aus Fulcis Woodoo) und seine jüngere Tochter (Laura Gemser), raten den dreien ab und sie sollen besser die Insel wieder verlassen.
Der Gruppe ist das egal und im Laufe der Tage passieren mysteriöse Dinge. Frauen auf Fotos, die eigentlich dort abgebildet sein sollten, sind nicht da, Gräber werden verrückt und ständig dieser ohrenbetäubender Lärm (Wind oder sowas), ahja..creepy...! Lustig auch, wie ab und an auch immer eine Katze am Grab eingeblendet wird und dabei ein Piepsen ertönt (erinnerte mich stellenweise an "Zombie Holocaust" als das Zeichen der Kitusekte gezeigt wurde...-DONG !-
Wenn auch der Film, filmisch unterirdisch ist, und durch die Sexszenen den Film wahllos in die Länge ziehen, so hat der Film eine Atmosphäre die zum Zusehen anregt. Auch wenn der Film nicht spannend ist, nicht mal halb so viel Gore wie in "Woodoo" existiert und die Zombies grösstenteils erst am Ende erscheinen, so kann der Film mit eigenen Qualitäten aufwarten und kann sich gut und gerne in die Reihe mit Fulcis Filmen oder den "normalen" Horrorsardinen von D'Amato stellen.
Die Sexszenen, haben mich nicht gestört und D'Amato hat gekonnt Sex, Mystik, Zombiehorror und Trash wunderbar vereint.
Klar ist aber:
Wer Hardcore nicht mag, D'Amatos Man - Eater schon scheisse fand und sowieso italienischen Goreschmuddelfilmen abgeneigt ist, sollte tunlichst die Finger davon lassen.
Wer aber, Fulci, D'Amato etc. lobt und preiset und wenig Anspruch erhebt und mit Hardcore zurecht kommt, hat mit dem "In der Gewalt der Zombies" oder "Erotic Nights of the living dead" knappe 2 Stunden Spass voller farbloser, schmutziger Atmosphäre, ein paar Lachern und Zombietrash.
Fazit: Reiht sich bei mir in meine Topliste ein. Ich liebe italienische Gorefilme wie Rückkehr der Zombies, Woodoo, Man - Eater, Absurd oder Zombies unter Kannibalen. Und diese sind auch alle keine spannenden, innovativen oder anspruchsvolle Filme mit schauspielerischen guten Ausmaßen, gelungener Story oder ausgewogener Logik und trotzdem ist das hier allemal interessanter als jeder neuer Hollywoodkappes. Aber wie gesagt...Alles persönlicher Geschmack...
Von mir volle 7/10 Tendenz nach oben...