Wer tief genug in Videotheken wühlt, der findet vielleicht noch dieses Trashjuwel aus der goldenen Zombiezeit rund um 1980, diesen unendlich zärtlichen Zwitter aus "Wilde Emanuelle" und "Woodoo". Aber blicken wir doch ruhig mal gut 20 Jahre zurück und schauen, was damals so im Kino lief...
Los geht's: Kickstart in einer Irrenanstalt. George Eastman der eingeweidemampfende 2-Meter-Hüne aus so manchem schlechten Film rödelt eine Mitinsassin nach allen Regeln der Kunst im abgelegenen Anstaltkorridor, während sich ein sie verfolgener Vollhirni grunzend einen im Hintergrund schleudert. So beginnen nur schöne Filme und auch dieser kann nur noch schlechter werden. Klar ist: da ist was bärig schiefgelaufen im Laufstall, Kindergarten oder auf der Zombieinsel. Wir wählen Tor 3 und ab geht die Rückblende...
Somewhere in the Karibik: Mr. Wilson, ein potenter Beauftragter einer Hotelkette, pachtet mal eben für 20 Jährchen die allseits beliebte und deswegen verlassene Katzeninsel, weil er einen El-Arenal-Bunker der Extraklasse dort parken will. Nach dem Deal stellt der Staatsmakler gleich mal einen Zombiefetisch auf den Tisch, da drückt auch das Gewissen nicht ganz so doll. Schorse Eastman ist derweil noch Bootskapitän und guckt gnackige Garibikmädeln auf den Po. Also zur Sache: nach erfolger Transaktion muß gefeiert werden und Wilson läßt sich von zwei Callgirls unter der Dusche die Kerze schrubben (der wird ja immer größer!). Die Hardcorefassung liegt Astro zwar nicht vor, aber wir können uns den Rest eh denken.
Derweil wird am Hafen auch an einer Kerze rumgemacht, aber die hat jetzt einen Docht. Irgendwo rennt nämlich wieder mal ein Zombie rum, da muß man schon mal präventiv beschwören. Ehe es jedoch zum Äußersten kommt, nähert sich ein halbnarkotisierter Mullbindenfetischist und gibt dem Zündler den Fangbiß in Adams Apfel. Dazu wummert breitflächig Orgelmusik, die Dr.Phibes zu Höchstleistungen hingerissen hätte.
Apropos Orgel: drinnen wird derweil auch deftigst georgelt, doch bei Erwähnung des Segelziels kommt es zum Coitus Unbezahltus. Die Nutten geben Fersengeld und das auch noch ohne Knete, wie gut, daß die nächste Zimmernachbarin auch Lust zum Bügeln hat.
Derweil darf auch Onkel Eastman einem fesch Mädel ans Gebüsch und hobelt dann unter Deck bis zum Morgen.
Die Sonne scheint zur Verabschiedung und ein Zombie winkt aus dem Hafenbecken, wobei George ihn erstmal vorsorglich "verankert". Der somit scheinbar Verschiedene ist zwar recht madig, vernascht aber trotzdem im Leichenschauhaus den örtlichen Quincy-Verschnitt und marschiert schnurstracks aus dem Film. Hat der ein Glück.
Wer bis jetzt noch nicht vor Lachen gestorben ist, darf sich nun an Miss Laura Gemser erfreuen, die bereits auf besagter Katzeninsel hockt und sich in die eigenen Hände verkrallt, daß die weiße Suppe sickert. Ein alter, blinder Zausel läßt dazu noch arg Mysteriöses ab.
Inzwischen sind dann unsere drei Helden, Wilson, Fickfreundin Fiona und George (der hier Larry heißt und denselben macht) unterwegs. Eine Seefahrt, die ist nackig und gerödelt wird auch fleißig unter Deck, wobei Larry nur zuschauen darf und vermutlich dabei das Rohr der Woche bekommt.
Die "Katzeninsel" empfängt unsere Freunde dann mit paradiesischer "Blue Lagoon"-Schönheit. Sturmflut und Epidemie haben alle Bewohner dahingerafft, übrig blieb ein malerischer Friedhof, auf dem sich über Nacht die Kreuze umstellen. Der alte Sack ist auch weiterhin arg unfreundlich und Miss Gemser wird vom Fotoapparat nicht abgebildet, was auch kein Wunder ist, denn tatsächlich ist sie die halb vermagerte Fluchkatze, die stets irritiert in die Kamera blickt. Hin und wieder krachts auch mal laut am Strand, aber das wird eh nicht erläutert.
Weil wir aber eh mehr in einem Erotikstreifen als in einem Zombiehorror sind, folgt nun das Lesbo-Intermezzo an Sandstrando zwischen Luna und Fiona, während Wilson mit dem Maßband über die Insel juckelt. Derweil bekommt George einen Zombieschutzfetisch übertragen und hadert doch mehr mit seiner Dauerlatte, weil er nie ran darf. Wie gut daß die Gemser im nächtens die Brandung durch die Hose filtert, das kühlt ab - vor allem, wenn ein paar Untote beim Akt spannen. Wird auch Zeit, denn wir sind schon bei Minute 50 und gerade ist der Motor der Yacht verreckt, schön pünktlich.
Ergo wird noch ein Tag rangehängt, den Wilson natürlich zur Gemserbesteigung nutzen will, aber beim Rendezvous nur diverse Zerfallene vorfindet, an denen er eine Weile in Halbpanik rumhäckselt. Draußen läuft er Laura in die Arme und die Gefahr ist komplett vergessen, bis sie ihm dolle dreist von vorne in die Nudel beißt.
Darob gibt er den Löffel ab und von nun an ist die Inselhatz eröffnet, denn aus jedem verfügbaren Loch steigen die Untoten, notfalls auch aus der Brandung. Tatsächlich bekommt der Film in den letzten 15-20 Minuten noch den Dreh zum Horror, angereichert mit ein paar ordentlich ausschauenden Untoten und sinister sägender Musik. Die Splattereffekte sind mäßig bis durchschnittlich, aber immerhin gibt es ein wenig zu sehen, wenn auch der Film vorher schon viel zu viel gezeigt hat. Bißchen gestelzt nur, daß unsere beiden Helden beim morgendlichen Erwachen nicht fröhlich sind, sondern planmäßig komplett austilten, was die Quadratur des Kreises in der Irrenanstalt wieder vollmacht. Georges Erektionen hat das jedenfalls nicht geschadet.
Joe D'Amato ist weiß Gott kein begnadeter Filmer und dieser Softsexstreifen ist dann auch eher untere Schubladenkategorie, da er nur ein dünnes Brettchen von Handlung bohrt. Natürlich dürfen sich Anspruchslose an diversen Nackteinlagen mit anfeuerndem Bettgeflüster erfreuen, doch die Dialoge sind weder hochwertig, noch kommt wahrlich Spannung auf. Nicht mal beim Terrorschluß, wo Nacht- und blaugefilterte Tagaufnahmen fröhlich abwechseln und die Zombies hinter jeder Palme stehen. Das hier ist Sex-und Horrortrash der schönsten Machart und Gemserfans wandeln bestimmt noch auf diesem Planeten, auch wenn die Dame Schwierigkeiten hatte, den Gesichtsausdruck zu wechseln. Wer sich aber mal schnelle 83 Minuten röhrend amüsieren möchte und "Die Rückkehr der Zombies" schon kennt, kann ja mal suchen gehen. (2/10)