Review

Ich beurteile die ungeschnittene Hardcore-Version und bestätige, dass es Joe D'Amato recht explizit gelungen ist, ein Crossover zwischen einem Porno und einem Zombiefilm zu inszenieren. Gerade in der ersten Hälfte des Films gibt viele minutenlange (!) pornografische Szenen, die sehr detailliert Sex zeigen. Hin und wieder erinnert eine kurze Untoten-Attacke den Zuschauer daran, dass er eigentlich einen Horrorfilm anschaut. Doch "Sex sells" bekanntlich und im Exploitation-Film erst recht.
So behaupte ich mal frech, dass IN DER GEWALT DER ZOMBIES ein Porno mit Horror- und Mysteryelementen ist.
Die Darstellerinnen und die Naturkulisse wurden vom Maestro selbst gefilmt.
Ja, und D'Amato verstand sein Handwerk … nur konnte er eben nicht so dolle Geschichten erzählen. So agiert die bekannte Besetzung anderer Schmuddelfilme glaubhaft innerhalb der Genre-Grenzen.
Die deutsche Vertonung aus jenen Tagen der Frühachtziger hat den einen oder anderen derben, unfreiwillig komischen Dialog parat. Frauen wurden in diesen legendären Italo-Streifen auf Sexualobjekte reduziert und Männer auf macho-like Potenz-Affen. Im letzten Drittel werden dann die Zombies auf der Insel aktiver und hier sind einige echt gruselige Slow Motion-Szenen zu sehen, die mit unheilschwangerer Mucke herrlich harmonieren. Nach endlosen Rammelszenen gibt es gerade im Finale noch den ein oder anderen handgemachten Splattereffekt, der zwar einfach, aber ekelhaft aussehen darf.
Fans der graziösen Laura Gemser kommen leider nicht so gut weg. Natürlich darf die erotische Schönheit im Film mitspielen … äh … sich zeigen … doch eine große Rolle hat sie nicht. Außer einem krassen Blowjob darf Frau Gemser auch nichts besonderes an filmischer Action zeigen.
Nach 112 Minuten uncut mit Hardcore bleibt von meiner Seite nur zu gestehen, dass ich dieses olle Schmuddelteil gar nicht schlecht finde … vielleicht sind auch die Jugenderinnerungen daran zu stark. Nüchtern betrachtet, ist D'Amatos Movie optisch ansprechender Porn-Horror-Trash und als Exploiter jener Zeit sicherlich ein bemerkenswerter Schund-Meilenstein an Unterhaltung jenseits der Gürtellinie. Manche sinnentleerte Szene lässt sich auch heute noch fabelhaft mit einem Bier wegspülen.
Und noch was … Exploitation-Filme hat man nicht zufällig im Player … ;-)
In diesem Sinne: 6 von 10 zweckentfremdeten, weil abgebissenen … Ihr wisst schon was!

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