Im allgemeinen neigt man als Mittdreißiger dazu, Horrorklassiker der 80er Jahre ein wenig zu verherrlichen. Im Falle von Horror Infernal muss ich mich aber meinem Kollegen "Maichklang " anschließen und hiermit die zweite schlechte Kritik zum ansonsten von allen anderen offensichtlich heiß geliebten Werk eröffnen.
Argento gelingen auch hier wieder mehrere stimmige und atmosphärische Szenen, die verstören und faszinieren. Allen voran natürlich die Mordszenen, die wie immer in epischer Länge und Detailfreude dargeboten werden. Die gut ausgewählten Sets erstrahlen in leuchtendem rot und blau und auch der Soundtrack weiß zu gefallen. Das ist aber alles nur die halbe Miete.
Argento hätte lieber ein paar Lire mehr in eine gute Story investieren sollen. Über die gesamte Laufzeit hinweg reiht sich ein unheimliches Ereignis an das andere, ohne dass eine echte inhaltliche Weiterentwicklung auszumachen wäre. Schon bei Suspiria begnügte sich die Story damit, dass eine Tänzerin die bloße Existenz einer "Hexe" an ihrer Tanzschule entdeckt. Hier passiert kaum mehr. Die Spannungskurve dürfte mehr Ähnlichkeit mit einer flachen Geraden haben. Was die "drei Mütter" wollen und warum sie sich gleich von jemandem bedroht fühlen, der mal in einem Buch von ihnen gelesen hat, wäre mal eine Erklärung wert gewesen.
Unendlich viel Laufzeit opfert der Film hingegen dem Herumschleichen der schlecht ausgearbeiteten Figuren, deren Schicksal einem eigentlich egal ist.
Fazit:
Horror Infernal tritt auf der Stelle und ist dadurch dramaturgisch misslungen.
04/10