Review

Die Kritik beruht auf der Uncut-Edition eines namentlich nicht bekannten DVD-Bootlegs!

Mit "Horror Infernal" aka "Inferno" oder dem irreführenden deutschen Alternativtitel "Feuertanz der Zombies" inszenierte Dario Argento drei Jahre nach seinem Publikumserfolg "Suspiria" den zweiten Horrorfilm in Folge und gleichzeitig den zweiten Teil einer als Trilogie geplanten Filmreihe um "Die drei Mütter".

Optisch bleibt Argento seinem in "Suspiria" angewandten surrealen Stil in teilweise leicht zurückhaltender Form treu und erzählt mit "Inferno" ein weiteres Kapitel um die drei Hexen, wobei sich die Handlung hier um Mater Tenebrarum ("Die Mutter der Finsternis") dreht, die in einem Haus in New York residiert und von dort aus die Geschicke der Welt leitet.

Der aggressiv und verstörend wirkende Score aus "Suspiria" wurde beim zweiten Teil nicht übernommen, stattdessen komponierte Keith Emerson einen eher ruhigen Score, der sich dem langsamen Erzählfluss der Handlung anpasst.

Spannung und Dramatik stehen dabei weniger im Vordergrund von Argentos Inszenierung, der dem Publikum dafür wieder eine Menge an audio-visuellen Finessen bietet.
Bis die erste aus einer Reihe von spektakulär inszenierter Tötungsszenarien die Leinwand blutrot verfärbt, vergeht schon mehr als eine halbe Stunde, die für die Einführung der Hauptpersonen und der Handlung beansprucht wird, obwohl es gleich zu Beginn eine unheimlich gefilmte Unterwasser-Sequenz zu bestaunen gibt, die mit ein paar Schockeffekten die Nerven des Zuschauers kitzelt.

Die dargestellten Morde sind blutiger, zahlreicher und variationsreicher als noch bei "Suspiria", doch fehlt es "Inferno" vor allem an einer unheimlichen Atmosphäre und einer unheil- und geheimnisvollen Stimmung, da der Zuschauer durch die erklärende Einführung bereits darüber Bescheid weiss, welches düstere Geheimnis das Haus umgibt.

Einige überraschende Wendungen und innovative Ideen im Verlauf der Handlung - wie beispielsweise die Mondfinsternis und die ekelhaft anmutende Szene, in der Hunderte von Ratten über einen Antiquar herfallen - zählen noch zu den Höhepunkten dieses etwas zu langatmig inszenierten Horrorfilms.
Vor allem Keith Emersons Soundtrack erweist sich als eines der größten Übel von Argentos Werk, denn bis auf das phänomenale Haupttheme, das das Menu der DVD musikalisch untermalt und gleichzeitig das Finale von "Inferno" einläutet, erreicht keine andere seiner Kompositionen die Kraft, die man von Argentos Filmen gewöhnt ist und sie unverwechselbar machen.

Insgesamt kann "Horror Infernal" seinem Vorgänger "Suspiria" nicht das Wasser reichen und zählt für mich zusammen mit "Terror in der Oper" zu den schwächsten Inszenierungen des italienischen Regiemeisters und wird nur noch vom völlig mißlungenem Finale der Trilogie übertroffen.

4 von 10 Punkte!

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