Die Schriftstellerin Rose Elliot erfährt durch ein altes Buch, daß das Haus in New York, in dem sie wohnt, auf einer der drei Brutstätten des Bösen steht, eines der drei Häuser, die der Architekt Varelli für die „drei Mütter“ baute. Bei Inspektion des Kellers findet sie ein völlig überflutetes weiteres Stockwerk, und bei Tauchgang in demselben entdeckt sie ein Porträt der Mater Tenebrarum, der jüngsten der drei Mütter (wir erinnern uns: Mater Suspiriorum, die älteste, gab bereits drei Jahre vorher in „Suspiria“ den Löffel ab). Rose schreibt einen Brief an ihren Bruder Mark, der in Rom Musik studiert, doch er vergißt ihn an der Uni, ohne ihn gelesen zu haben. Als seine Kommilitonin Sarah den Brief findet und liest, wird sie neugierig und sucht das Haus der Mater Lacrimarum, daß sich ja in Rom befindet, auf (Adresse stand in Roses Brief). Dort befindet sich mittlerweile eine öffentliche Bibliothek, in der Sarah auch das Buch über die drei Mütter findet, das auch Rose gelesen hat. Doch da die Bibliothek gerade schließt, will sie das Buch entwenden, woran sie aber von einer merkwürdigen Gestalt gehindert wird. Zu Hause angekommen kann sie gerade noch Mark anrufen, bevor sie brutal ermordet wird. Mark, durch einen Anruf seiner Schwester ohnehin schon beunruhigt, reist nach New York, nicht ahnend, daß es nicht mehr viel gibt, was er tun kann…
3 Jahre nach „Suspiria“ bescherte uns Argento mit „Horror Infernal“ den zweiten Teil seiner (bis heute leider unvollendeten) 3-Mütter-Trilogie, und sogar im Vergleich zum superben Vorgänger gelang ihm eine Steigerung in jeder Hinsicht. Noch kunstvoller die (hier übrigens von Mario Bava besorgte) Licht- und Farbgestaltung, noch besser die Kamerafahrten und Schnitte, und auch der Soundtrack von Keith Emerson trägt sein entscheidendes Scherflein bei (wobei ich anmerken muß, daß ich mit der Mukke von Goblin aus Suspiria nicht so recht zufrieden war). Und sogar (sehr untypisch für Argento) das Drehbuch ist erfrischend wenig unlogisch, will heißen, die Figuren tun weniger blödsinnige Dinge als sonst. Erfreulich an der deutschen Fassung zudem, daß sie (anders als Suspiria und fast alle anderen Argentos) sehr professionell synchronisiert wurde, denn man hört hier Veteranen wir Siegfried Schürenberg, Klaus Miedel, Arne Elsholtz und Frank Glaubrecht. Dies mag wohl daran liegen, daß der Film seinerzeit sogar ungekürzt in unseren Kinos zu bewundern war, wenn auch unter dem irreführenden Titel „Feuertanz der Zombies“.
Fazit: Eindeutig gelungene und würdige Fortsetzung eines Ausnahmefilms, die den Vorläufer sogar noch übertrifft. Wollen wir hoffen, daß Argento die Trilogie mit der Geschichte der Mater Lacrimarum, an der er angeblich derzeit arbeitet, ebenso würdig abschließt.