Rose Elliot ist Schriftstellerin in New York, eines Tages fällt ihr ein Buch über die drei Mütter in die Hände. Ergriffen von den Aufzeichnungen des Alchimisten Varelli, der einst den drei Hexen der Tränen (Lacrimarum), der Finsternis (Tenebrarum) und der Seufzer (Suspiriorum) Häuser in Rom, New York und Freiburg erbaute. Sie versucht dem Geheimnis der Schauermär auf den Grund zu gehen, wird jedoch schneller, als ihr lieb ist, von dem Schrecken eingeholt. Als ihr Bruder Mark aus New York anreist, ist seine Schwester bereits verschwunden und so fängt der Musikstudent an, das Geheimnis der drei Mütter lüften zu wollen. Innerhalb von Argentos Mütter Trilogie ähnelt "Inferno" etwas "Suspiria", der ebenso kunstvoll ausgeleuchtet ist. Hier finden sich immer wieder rot-blaue Szenen in herrschaftlichen Gebäuden, einer alten Bibliothek und in Kellergewölben. Die Kamera überlässt kaum etwas dem Zufall, ansehnliche Bildkompositionen geben "Inferno" sein stattliches Aussehen. Nicht nur die Ausleuchtung der ausgenommen wirkungsvollen Sets lässt jeden sofort die Abstammung Argentos erahnen, auch die Vorliebe für architektonisch interessante Schauplätze, die in ihrer pompösen Art die Menschen fast erdrückt. Musikalisch ist der Film von der Klassik beeinflusst, es mischt sich Verdis Nabucco mit typisch italienischer Filmmusik vom Newcomer Keith Emerson und wird zum Ende hin mehr und mehr zu einer Rockoper. Die alte Geschichte der drei Mütter, nach Thomas de Quincys Novelle "Suspiria de Profundis" interpretiert Argento eher bildlich und verlangt dem Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit ab. Absolutes Highlight an klaustophobischer Spannung ist eine Unterwassersequenz, die leider schon am Anfang steht. Zum Finale hin würde man sich mehr solcher schockierenden Momente wünschen, die Auflösung am Ende ist leider etwas schwach geraten. Gerade angesichts der vorangegangenen Story, die viel Freiraum für verschiedene Ausgänge ließ. So kann ein Feuerinferno zwar überzeugen, doch der personifizierte Tod mit Rippenkostüm ist leider etwas albern geraten, schade. Was übrig bleibt, sind einige offene Fragen in einem Film, der durch seine fotografischen Qualitäten sehr sehenswert ist, aufgrund vom kunstvollen Plot aber etwas konfus wirkt. "Inferno" verspricht eigentlich laufend mehr, was die Story anbetrifft, als er letztlich einhält, die Frage nach der großen Auflösung des komplexen Konzepts verläuft ebenso enttäuschend wie unspektakulär. Regieassistenz führte übrigens kein geringerer als Altmeister Lamberto Bava, hier trafen sich quasi zwei Generationen des Italo-Horrors. Ein klarer Pluspunkt sind zweifelsfrei die guten Darsteller.
Fazit: Für Argentofans auf jeden Fall, für Mainstreamverwöhnte nur bedingt zu geniessen. 7/10 Punkten