Immer öfters bekommt der Kinogänger in letzter Zeit Filme zu sehen, die sehr viel mit Rückblenden spielen und so ziemlich verschachtelt sind. Dies ist auch bei "Eine Nacht bei McCool's" der Fall, einer kleinen Thrillerkomödie mit Starbesetzung. Zunächst ist der Zuschauer völlig ahnungslos was Story anbelangt, denn ein Mann namens Randy (Matt Dillon) sucht in einem Wettbüro einen anderen Mann (Michael Douglas) auf, um sich mit ihm zu unterhalten. In Rückblenden wird dann erzählt, wie es soweit kam, dass Randy diesen Mann überhaupt ausfindig machen musste. Eines Nachts, in der er in einer Kneipe namens McCool's wieder als Barkeeper tätig war, lernt er auf den Nachhauseweg die hübsche Jewel (Liv Tyler) kennen, die er vor einem wildgewordenen Mann befreit. Er nimmt sie mit nach Hause und gemeinsam erleben sie eine aufregende Nacht, bis plötzlich Utah, der aggressive Typ von vorhin, in Randys Haus steht. Bei Utah handelt es sich um den Freund Jewels, mit der er gemeinsam irgendwelche beliebigen Personen überfällt. Diesmal läuft aber alles anders, denn Jewel erschießt Utah. Daraufhin rufen sie die Polizei, die sich nicht besonders viel um den Mordfall kümmert und dem frischen Liebespaar mehr oder weniger alles abkauft. Doch Jewel klebt ab jetzt wie eine feuchte Nudel an Randy, zieht sie doch tatsächlich bei ihm ein. Gemeinsam berauben sie dann wiederum andere Personen, während diese außer Haus sind.
Auch Carl, Randys Cousin, hat in der selben Nacht bei McCool's Jewel gesehen und ist völlig hingerissen von ihr. Bald lernt er sie kennen und erlebt auch eine heiße Liebesnacht mit ihr.
Zu guter Letzt wäre da noch ein Polizeidetective (John Goodman), der an diesem Abend, an dem Jewel Utah erschossen hat, an den Tatort gerufen wurde. Wie die beiden anderen verliebt er sich in die hübsche Dame und kann sich nicht mehr von ihr wenden.
Nun sind wir wieder in der Gegenwart und der Mann in dem Wettbüro, dem Randy die ganze Geschichte erzählt hat, entpuppt sich als Auftragskiller, der Jewel erledigen soll. Als dann auch noch Utahs Bruder auftaucht, endet alles im Blutbad.
Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Film halten soll. Einerseits bietet er enorme Kurzweile und ein gutes Drehbuch, das gekonnt die vielen Geschichten zu einem gelungenen Ende verknüpft. Andererseits jedoch kann "Eine Nacht bei McCool's" nicht vollends überzeugen, teilweise entsteht der Eindruck, zumindest bei mir, dass die Möglichkeiten zwar da waren, aber nicht so ausgeschöpft wurden wie sie es eigentlich hätten werden sollen. So richtig lustig ist der Film auch nicht, er lebt hauptsächlich von seinen guten Dialogen und wahrscheinlich den routinierten Schauspielern. Beim erstmaligen Ansehen erscheint alles noch recht interessant und vor allem Spaß zu machen, da wirklich Nichts vorhersehbar ist und es wirklich kurzweilig ist, denn Verlauf von der Vergangenheit bis jetzt in die Gegenwart zu verfolgen. Doch das war auch schon der einzige richtige Vorteil des Films, der folglicherweise beim mehrmaligen Konsumieren auch baden geht. Dass es Jewel ist, um die sich der ganze Film dreht, nervt auch nach einer Weile, weil die Glaubwürdigkeit auch völlig dahingeht. Ok, manche Zuschauer finden vielleicht genau diesen Punkt gut, dass teilweise alles so märchenhaft wirkt, mir jedoch hat das nicht gefallen. Das Ende, bei dem Michael Douglas und Liv Tyler dann im Auto sitzen, ist noch ein abschließender Höhepunkt, sofern man den Film wirklich konzentriert verfolgt hat.
Alles in allem ein kurzweiliger Film, der perfekt für einen Videoabend geeignet ist, doch man sollte nicht zu viel von ihm erwarten, trotz der Starbesetzung. Die Möglichkeiten, einen wirklich guten Film zu drehen, waren da. Manche wurden auch genutzt, manche wiederum wurden auch ausgelassen bzw. nicht gut genug verwertet. Nichts Aufregendes, aber auch nichts Schlechtes. Zur Unterhaltung und zum mal neben her Ansehen immerhin brauchbar. 7/10 Punkte