„Verrückt nach Mary“ – Variante 2!
Mehr muß man eigentlich nicht sagen, um „Eine Nacht bei McCools“ zu charakterisieren.
Das hat jetzt nichts mit Auftreten Matt Dillons in beiden Filmen zu tun, es geht schlicht und ergreifend wieder mal um drei Typen, die einer schönen, jungen Frau verfallen und deswegen die verrücktesten Sachen machen.
Witzig soll das hier in erster Linie sein. Aus drei Perspektiven wird erzählt, schön nacheinander. Matt Dillons Barkeeper, Paul Reiser Anwalt und der John Goodmans Polizist, sie alle verfallen der Schönen. Jeder erzählt es einem anderen: Dillon einem Killer, Reiser einer Psychiaterin, Goodman einem Geistlichen.
Nur leider versandet der Film genau dort, wo er jetzt mit Irrwitz punkten müßte, denn der Plot gibt so gut wie gar nichts her. Die Schöne wünscht sich ein Heim und nutzt treusorgend alle Männer in ihrer Umgebung aus. Überraschungen gibt’s dabei nicht.
Vielmehr wird das Zelluloid ausgiebigst dazu benutzt, Miss Tyler als neue femme fatale ins rechte Licht zu rücken, wobei man den Biest-Anteil zugunsten der scheinbaren Naivität vermindert hat. Tief ausgeschnittene Trägerkleidchen, Tigerlook, Domina-Outfit, Hotpants – bisweilen visualisiert der Film nacheinander sämtliche Erotikphantasien Reisers, die er von Tyler hatte, nur um sie immer wieder zu korrigieren. Ja, da ist alles drin, sogar die Wagenwäsche in Extremzeitlupe und Miss Tyler ist auch extrem süß, aber ihr fehlt die Ausstrahlung, um etwas wirklich Anbetungswürdiges zu schaffen.
Der Rest der Besetzung spielt zwar nach Leibeskräften, aber die Figuren sind und bleiben Standardrepertoire. Dillon als zeitweise fast schon debiler Barkeeper rollt munter mit den Augen, Reiser hampelt und albert herum und Goodman spielt diesen Nebenrollenschrott (siehe auch: Good Vibrations) einfach zu oft.
Schwarz soll der Humor sein, doch brav fällt er meistens nur aus. Da hilft nur der Griff zur Vorspultaste für die nächste Tyler-Inszenierung.
Um so überraschender wird es, wenn plötzlich im Showdown doch noch die Kugeln fliegen, daß es nur so knallt, ein Gastauftritt Andrew Dice Clays verschönert da die noch schwelenden Reste eines Films, der auszog, um abseitig humorvoll und schwarz daherzukommen, die dafür nötige Überspitzung wegen mangelndem Ideenreichtum aber nie erreicht. Michael Douglas als Mietkiller hat zwar sichtlich seinen Spaß, aber den Rest vom Drehbuch hätte er auch noch lesen sollen.
Ein Fußnötchen dank Livs Kurven! (4/10)