Für die Behauptung, mitten im brasilianischen Amazonasgebiet leben auf einem Hochplateau noch Dinosaurier, wird Professor Challenger ausgelacht. Er organisiert eine Expedition, um seine Behauptung beweisen zu können und um einen dort verschollenen Forscher zu suchen. Begleitet wird er von der Tochter des verschollenen Forschers, Paula White, dem Wissenschaftler Professor Summerlee, dem Journalisten Edward E. Malone und dem erfahrenen Jäger Sir John Roxton. Im Dschungel werden sie in der Nähe des Plateaus von einem Affenmenschen angegriffen. Schon von weitem sehen sie einen Flugsaurier, der bereits seit 65 Millionen Jahren ausgestorben sein soll. Als sie die Hochebene erreichen, treffen sie auf eine prähistorische Welt mit riesigen Dinosauriern, doch nicht alles sind friedliche Pflanzenfresser.
1925 dürfte für Cineasten und Dinosaurier-Neugierige ein interessantes Jahr gewesen sein, denn mithilfe der Stop Motion Technik erblickten die ausgestorbenen Saurier im Kino erneut das Licht der Welt. Romanautor Sir Arthur Conan Doyle war sogar noch selbst an dem Projekt beteiligt und ließ es sich auch nicht nehmen höchstpersönlich die Einleitung zu sprechen und den Zuschauer auf die kommende Expedition vorzubereiten.
Dabei begeben sich fünf Forscher auf ein unerschlossenes Hochplateau in den amazonischen Dschungel, um dort noch Überlebende Exemplare der Urzeit zu finden und gleichzeitig nach einer vermißten vorherigen Expedition zu suchen, von dessen Teilnehmer auch die Tochter mit an Bord ist.
Die Charaktere sind dabei doch ein wenig anders als in den moderneren Verfilmungen sonst gewohnt. Der Reporter Edward Malone beispielsweise wird von seiner Verlobten gedrängt, die ihn nur heiraten will, wenn er etwas Großes vollbringt (jeder normale Mensch hätte die Schnalle wahrscheinlich in den Wind geschossen und die Trennung am Ende ist doch mehr auf Comedy ausgelegt) und anfangs als etwas tollpatschig ausgelegt. Als Love Interest dient Paula White, die sich auf der gefahrvollen Reise natürlich näher kommen (und so oft wie ihre aufgerissenen, angsterfüllten Augen in Großaufnahme zu sehen sind, war das bestimmt ein Lieblingsfilm von Lucio Fulci). Auch Professor Challenger ist hier eher der exzentrische halb-Mad-Scientist und Leiter des Ausflugs, während Roxton hier nicht der jugendliche Held ist, sondern mehr der mondäne Jäger von Welt so etwa Mitte fünfzig.
An der Verfilmung fällt da auch die für damalige Zeiten vergleichsweise epische Länge von etwa 100 Minuten auf, die extra noch nachsynchronisiert wurde, da man sich ja noch auf Stummfilm Pfaden bewegte. Auch ist ein durchaus komödiantischer Unterton immer mit dabei. Summerlee sammelt Käfer bei der Überquerung einer gefährlichen Schlucht, der Schwarze Träger ist ein sichtbar übermalter weißer Darsteller, mein Liebling ist aber der Allosaurus, der sich nach einem Mahl genüßlich die Finger leckt.
Spannender sind aber natürlich die zahlreichen Dino-Szenen und hier wird einiges aufgeboten. Bis auf den T-Rex sind eigentlich alle All Stars der Kreidezeit vertreten. Triceratops, Brontosaurier, Pterodaktylus, Stegosaurus und wie sie alle heißen dürfen sogar mehrere Kämpfe auf Leben und Tod austragen. Heutzutage wirken die Stop Motion Kämpfe zwar eher putzig, waren aber damals eine bahnbrechende Neuerung. Als am Ende sogar ein Bronto nach London geschafft wird (wie man den Riesenbrocken dorthin verfrachtet hat würde mich ja mal interessieren, aber das verrät man leider nicht) und dieser dort die Stadt verwüstet, wähnt man sich sogar qualitativ beinahe in einem frühen Godzilla Streifen, die ja erst so 30 Jahre danach aufkamen.
Technisch gesehen war das für die Verhältnisse der 20er Jahre jedenfalls ein Riesenschritt nach vorne und zeigt deutlich, das die filmische Aufarbeitung der Urzeit Echsen nicht erst mit dem Jurassic Park begonnen hat.
8/10