Review

Da ich immer für gute und unterhaltsame Abenteuerfilme zu gewinnen bin in denen Menschen durch die verschiedensten Motive zu einer Expedition aufbrechen oder sich durch nicht vorherzusehende Zufälle plötzlich in einer völlig fremden und exotischen Welt wiederfinden, habe ich mich nun einmal an The Lost World herangetraut und ich hätte nicht gedacht, dass mir der Film letztendlich doch so gut gefallen würde.

Basierend auf der Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle, der den meisten wohl hauptsächlich durch seine Sherlock Holmes Erzählungen bekannt sein dürfte, verfilmte Harry O. Hoyt unter Mithilfe des Special Effects Pioniers Willis O´Brien ( der später mit King Kong sein Meisterstück abliefern sollte ) eine Geschichte, welche die Faszination an der prähistorischen Welt neu aufleben lässt und in der ganz eindeutig die Tiere, die diese Welt beherrschten, im Mittelpunkt stehen. Die Darsteller des Films agieren sehr solide und bis auf ein/zwei Szenen in denen das Geschehen etwas zu sehr an die üblichen Stummfilme erinnert ( physische Auseinandersetzung wird vorschnell gesucht, was oft unfreiwillig komisch und nicht nachvollziehbar wirkt ) bekommt der Zuschauer hier eine richtig gut durchdachte Geschichte präsentiert, die seinerzeit gewaltigen Eindruck hinterlassen haben muss. Die musikalische Untermalung ist durchwegs gelungen und trägt sehr zur Grundstimmung des Filmes bei.

Doch wie schon geschrieben, sind die Dinosaurier in The Lost World die eigentlichen Stars und ich war begeistert wie die Effekte auch heute noch ihre Wirkung erzielen, wenn man sich einmal vergegenwärtigt wann der Film veröffentlicht wurde. Vor diesem Hintergrund kann ich nun auch noch besser insbesondere jene Meinungen von Fans der Urzeitechsen verstehen, die den ersten Teil von Jurassic Park als einzige Offenbarung betrachten. Gerade bei solchen Filmen ist es für mich im nachhinein etwas schade, dass ich nicht im entsprechenden Alter war um das Kinoticket lösen zu können und um gleichzeitig zu begreifen was für eine herausragende Meisterleistung da gerade gezeigt wird. Ich habe, noch immer viel zu jung, Spielbergs Blockbuster höchstwahrscheinlich ein Jahr nach Release gesehen und war dementsprechend auch noch gar nicht in der Lage diesen technologischen Fortschritt angemessen zu würdigen - da beneide ich diejenigen doch schon etwas die das Verständnis aufbringen konnten und diese einmalige Gelegenheit hatten den Film bei Release im Kinosaal zu sehen. Aber so wird es bestimmt auch vielen anderen gehen, die eigentlich viel zu früh bahnbrechende Filme wie Alien, Das Ding aus einer anderen Welt usw. gesehen haben. Die entsprechende Würdigung kann man solchen Filmen erst weitaus später im fortgeschrittenen Alter entgegenbringen.


Einer der wichtigen Special Effects Filme des Kinos, der über Ray Harryhausen bis Stan Winston, um zwei der prägnantesten Namen zu nennen, Generationen von Filmemachern beeinflusste und seine eigene Hommage 1997 durch Crichton und Spielberg mit Jurassic Park: The Lost World erfuhr. Freue mich schon auf die erneute Sichtung ( diesmal in herausragender Blu-ray Qualität ), wenn irgendwann die US-Scheibe in meine Sammlung aufgenommen wird.


08/10

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