Mittlerweile gibts kaum einen Serienkiller der US Geschichte der noch nicht filmisch ausgeschlachtet wurde. Ob Ted Bundy, Jeffrey Dahmer oder Gacy. John McNaughton hat sich für sein Regiedebüt ebenfalls an der Geschichte der Serienmörder bedient und erzählt mit "Henry" die Geschichte von Henry Lee Lucas, welcher als einer der schrecklichsten Killer der Geschichte gilt. So gehen nach seinen eigenen Aussagen mehr als 500 Morde auf sein Konto, wobei eigentlich viel weniger nachgewiesen konnten...
Naughton hält sich aber nicht strikt an die Geschichte, so das zwar einige Parallelen auftreten aber auch einige Abwandlungen stattfinden.
Dieser Umstand ändern jedoch nichts an der Tatsache das "Henry" wohl einer der verstörendsten Filme der 80er Jahre geworden ist.
Hier geht es keineswegs ultrabrutal zu, keine Blutfontänen oder groß Ausgeleuchtete Morde, keine Verfolgungsjagden oder Schießereien. Hier wird in kühlen kalten Bildern ein tiefer Blick in die Seele eines gestörten Killers gezeigt, welcher ohne Emotionen mordet. Einfach des Mordens wegen.
Werden die ersten Morde nicht gezeigt, sodass man nur die brutal zugerichteten Leichen zu sehen bekommt, steigert sich der Streifen immer mehr in realistisch wirkende Morde herein, die zartbeseiteten Zuschauern durchaus an die Nieren gehen dürften.
Unterstützt werden diese Szenen von der stets im richtigen Moment eingesetzten Musik, die dem ganzen mehr Intensität verleihen.
Darstellerisch liefert Michael Rooker wohl die Rolle seines Lebens ab. Stets nimmt man ihm die Rolle ab und sein kaltes verbittertes Gesicht könnte kaum besser gespielt sein.
Fazit:
"Henry" ist ein Film der nicht auf große Schauwerte setzt um die Zuschauer mit Splattereffekten oder derartigen Dingen zu beeindrucken.
"Henry" ist ein Film der durch seine so realistisch wirkende Art erschreckt und unter die Haut geht.
Sicherlich einer der besten Filme über Serienmörder, wenn nicht sogar der beste.
8,5 Punkte