Im Mittelalter hält eine Hexe ein blutiges Ritual ab, das darauf abzielt, den „Goblet of Gore“ (dt. „Kelch des Blutes“) wieder aufzufüllen, um damit die Weltherrschaft zu erlangen. Leider wird dieses Vorhaben durch einen heranstürmenden Ritter zum Scheitern gebracht und so dauert es einige hundert Jahre, bis der Kelch wiederentdeckt wird. Nun ist es an einigen „Auserwählten“, das Werk zu vollenden.
Soviel zur Story, die in der Inhaltsangabe spektakulärer klingt, als sie es letztendlich ist. Hinter den mystisch angehauchten Ereignissen verbirgt sich nicht viel mehr als eine sinnlose Aneinanderreihung von langweiligen Sexszenen, dilettantischen Bluteffekten und einem Haufen von unsympathischen Knallchargen als Darsteller. Die Abfolge der Szenen erinnert in ihren Grundzügen an die Inszenierweise eines Pornofilms, und letztlich bewegt sich Regisseur Schnaas hier auch auf ähnlichem Niveau. Schonmal gesehen, wie einer Frau nach einem ausgiebig zu bewundernen Blowjob durch eine Spermafontäne der Kopf zum Platzen gebracht wird ? Wer sich derartige Geschmacklosigkeiten ersparen möchte, sei hiermit schon einmal gewarnt, auch wenn besagte Szene grottenschlecht gefilmt ist und ob ihrer amateurhaften Optik ohnehin nur zum Kopfschütteln einlädt. Der Gipfel dieses geballten Schwachsinns wird allerdings mit der finalen Sequenz erreicht, wenn ein Alt-Nazi sich plötzlich zurück im Dritten Reich wähnt und ein SS-Offfizier zu „Für Deutschland“-Rufen onaniert. Ob das ganze dümmliche Getue nun provozieren soll, so etwas wie eine Aussage hat (!) oder schlicht ein blöder Witz ist, sei einfach mal dahingestellt. Die Warnung an alle geneigten Zuschauer sei an dieser Stelle noch einmal wiederholt!
Kaum erträglich und einfach nur lächerlich ist die englischsprachige Nachsynchronisation. Vielleicht sollte Herr Schnaas bei seinen nächsten Projekten in Erwägung ziehen, der deutschen Sprache treu zu bleiben oder einfach Synchronsprecher zu engagieren die auch Englisch können und nicht klingen wie deutsche Urlauber , die nicht einmal imstande sind, ein „th“ richtig auszusprechen. Warum musste ich bei einigen Sätzen bloß an Lothar Matthäus denken ?
Auch der dauerdudelnde, nicht einmal unbedingt schlechte Rock-, Punk- und Metal-Soundtrack nervt nach einer Weile gewaltig, da er zu fast jeder Zeit völlig deplaziert, aufdringlich und unpassend wirkt. Andererseits wäre auch ohne Begleitmusik kaum Atmosphäre oder düstere Stimmung vorhanden, die dadurch benachteiligt werden könnte. Somit kann man über dieses Manko noch locker hinweg sehen. Und auf überflüssige und viel zu lange Promoclips unbekannter Bands ließe sich in Zukunft bestimmt auch gut verzichten, ganz zu schweigen von dem zwar nett gemachten, aber auch überlangen Vor- und Abspann. Obwohl: Die Luftgitarre spielenden Skelette lohnen doch schon mal ein längeres Hinsehen.
Selbst Freunde des Amateur- und Independentsektors seien vor diesem groben Unfug gewarnt. Andreas Schnaas wartet in „Goblet of Gore“ mit einem Sammelsurium an peinlich-dilettantischen Effekten, widerlichen Sex&Gore-Szenen und einer Reihe von weiteren dumm-dreisten Einfällen auf, die nicht einmal unfreiwillig komisch oder gar schockierend sind, sondern einfach nur wehtun. Ein Machwerk der untersten Schublade.