Review

Goblet of Sperm - Drink from the goblet, the goblet of gore

Das der liebe deutsche Amateurregisseur Herr Andreas Schnaas schon immer, vorallem in der Amateurszene polarisierte, ist wohl jedem nur halbwegs interessiertem Schund ,- bzw. Splatterfan bewusst, denn kein anderer bekommt aus Fankreisen solch bahnbrechende Urteile die wie Schwarz und Weiss sind. Wie schon bei seinem Anthropophagus 2000 einleitend erwähnt, ist Herr Schnaas wohl jener dieser Amateurfilmer, die immer und immer wieder eines beweisen: sein Zielpublikum ist schmal gesät, auch unter den Amateurallesguckern, umso mehr wohl auch bei diesem Streifen, der mal so richtig anders ist, als seine tumben und überdrehten Schlachtereien a la Violent Shit (1989 - 1999), sein sehr dilletantischer Versuch D'Amatos bösen Atmosphäreklassiker Man - Eater (1980) zu huldigen oder sich mit Don't wake the dead (2008) recht gekonnt und Exploitationsklassiker parodierend in die B-Klasse neben Ittenbach zu stellen.

Doch was erwartet einen in einem Werk, dass vollkommen kostengünstig, kostengünstiger als je zuvor, nach Werken wie Violent Shit 3: Infantry of Doom (1999) & Anthropophagus 2000 (1999) abgedreht wurde? Zunächst fällt einem dabei schonmal die recht verwaschene und körnige Optik des Bildes auf, die wie aus einem ultrabilligen 70er Jahre Schundfilm der Extraklasse anmutet, wohingegen das Ganze, auch wenns nicht nach typischem Heimvideo ausschaut, nerven könnte, oder auch, irgendwie recht charmant wirkt, werden dabei andere technische Defizite und vorallem die Lippensynchronität der englischen Nachsynchronisation nicht so deutlich und offensichtlich. Jetzt natürlich nur mal die mehr als berechtigte Frage am Rande, warum es denn nur eine englische Tonspur zu geben scheint, wenn das Teil doch aus D-Land kommt, in Österreich erschien und die Begleitmusik, recht fetziger Metal & Punkrock der Garagenklasse ebenfalls auf Deutsch ist?

Das sollte zunächst mal wurscht sein, denn ebenfalls recht charmant wirkt das Intro, dass zwar viel zu lange ist, aber durch den Song Goblet of Gore (von A.Schnaas etc. gesungen) irgendwie übertrieben Partysplattertauglich darauf vorbereitet, was einen danach erwartet, sehen wir dort doch schon nackte Frauen, Wikingerschiffe, Skeltte und Goreeeee ! Wobei wir auch schon nachfolgernd in eine Szenerie geschmissen werden, die irgendwie an schrullige Fantasykracher der italienischen Billigsorte erinnern, ragt sich eine ultradämonische Hohepriestern recht verzückt Dünnschiss lallend wie Miss Kleinlaura in der 6.ten Klasse empor, die damit beschäftigt eine nackige Frau zu zerstückeln. Das kann ja heiter werden denkt man sich, aber interessant ists dennoch, vorallem weil sich der rausposaunte, mächtig klingende Psalm über den Blutkelch herrlich trashig anhört, was schlussfolgernd nur konsequenterweise in Köpfung an Nackideitussi enden kann, somit die Zeremonie auch schon erfüllt. Das verhindert aber nicht die Tötung der Hohepriesterin, die dadurch einen Fluch auf den Kelch ausspricht und durch die Zeit wandern lässt.

Danach driftet das recht zusammenhanglos gestückelte Filmchen in unverständlichsterweise in Episodenhafte Nebenstränge ab, denn nachfolgend, nach einem Abstecher ins dritte Reich, wo mächtig Köpfe gespalten und rumgesaut wird, im Hintergrund immer unsäglicher Schrammelmetal laufend, serviert man uns quasi kleine Kurzgeschichten über Männen und Frauen, die mal eben so den Supertodeskelch finden, um die Rache der Priesterin ausüben zu können. Von einem lupenreinen Film mit Handlung ist das natürlich sichtlich weit entfernt, aber ein Film namens Goblet of Gore, so sollte man meinen, auch zurecht, pocht sicherlich bloss auf Splatter und Schmoddrigkeit. Und auf Provokation, denn die Rache verläuft sich irgendwie immer auf sexueller Ebene, wobei auch reichlich unerotisch.

Dabei wirkt der Trank in trauter Zweisamkeit irgendwie immer wie die böse Viagra, denn die Darsteller verschlägst allsbald in die Kiste, wobei wir endlich sehen können was passiert, wenn man zulange nicht ejakulierte. In einer Pseudohardcoreszene, in der die Opferin an einem Plastikdildo lutscht, platzt ihr formschön der Kopf und auch die Penetration in einer Fleischwunde eines weiblichen Opfers ist nicht gerade von Vorteil. Am anstössigsten und grenzwertigsten ist da aber wohl der Akt mit dem Altnazi, der weintrinkend und an alte Tage mit seinem Hitler sinnierend in einen Traum verfällt, wo er dann auch mal mit blonder Ilsamädche auf einer Hakenkreuzeflagge verkehren darf, um von einem SS - Mann wichsend beobachtend zu werden. Wenn das noch nicht als absoluter Höhepunkt reicht, der darf sich nebenbei noch an einem Kehlenschnitt und der Bluturinierenden Blondilsa ergöttzen, die ihr Ausgeschiedenes dem Nazioffizier als Trank anbietet. Naja, schön, dass wir das jetzt sehen durften, wodurch auch schon der Racheakt der wikirianischen Hohepriesterin aus der dämonischen Vorzeit in Pappkulisse erfüllt. Was danach bleibt, ist die Erkenntnis, dass Schnaas immer polarisieren wird, und hiermit wohl am meisten, denn hier bietet sich einiges an hohler, niveauloser und dämlich bekloppter Provokation auf. Unterhalten tuts dennoch irgendwie, mit gewissen Alkoholeinfluss sowieso - anders kann man das auch kaum Unterhaltung nennen. Für nicht grad so verstörte Geister, die sich Schnaasfan nennen nicht mal besoffen.

Fazit:
Absolut billiger und provokant doofer Amateursplatter, der trotz seiner hirnlosen Billigkeit unterhalten kann, besticht er mit seinem billigen Super 8 Kameralook mit Schundcharme der alten Tage und bietet absolut übertriebene Synchro, Darsteller und Handlung für die beinhart gestählte Partysplatterfraktion. Nicht leicht zu überstehen - aber leicht um sich mal vollkommen hirnfrei zu amüsieren. Dennoch: absolut nicht massentauglich, auch wenn Bela B. den Sprecher mimt. Der Soundtrack rockt allerdings wie Sau...

66%

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