Tomb of Terror von Full Moon Productions ist ein 3 - teiliger Episodenfilm, der wie in anderen Reviews beschrieben, diverse Kurzfassungen von zuvor erschienenen Full Moon Produktionen enthält. Also sozusagen kein wirklich eigenständiger Film sondern vielmehr ein Appetithäppchen auf die wirklich Filme in Spielfilmlänge. Da mir die Vorbilder nicht bekannt sind, sehe ich darüber hinweg, dass es sich um eine vollkommen überflüssige Mogelpackung handelt und gehe mit teilweise sehr niedrig gesteckten Erwartungen an den Film heran. Denn beliebt scheint Tomb of Terror von den hier bewerteten Usern nicht gerade zu sein. Ich erwartete schlichtweg nichts, ausser einem vollkommen niveaulosen Schundfilm, der ausser billigem Splatter nichts zu bieten hat. Zumindest ist das ein Faktor, der auch solchen Schmalspurfilmen einen besonderen Reiz verleiht, denn niveauloser Möchtegernhorror mit selbstzweckhaften Gore hat schon so seine Reize, vorausgesetzt man erwartet bei Horrorfilmen keine Glanzleistung in Sachen Darsteller und Umsetzung. Doch was mich dann erwartete, ist alles andere als grottenschlecht, wie es denn 3 User hier beschreiben.
1.Ascent from Hell
Katherine, eine unterjochte Arbeiterin aus der Unterweld fristet ihr Dasein fälschlicherweise im Fegefeuer der Hölle. Nach einem unnetten Zusammentreffen mit ihrem Vater, flüchtet sie an die Erdoberfläche und nimmt menschliche Gestalt an. Sie findet Unterschlupf bei einem Krankenhausarzt und bestreitet fortan ihre Mission alles kriminelle und ungerechte auf der Welt auszulöschen.
Klar, die Story ist ganz schöner Unfug, doch wen interessiert das schon noch, wenn man die bildhübsche Darstellerin bei ihrem Rachefeldzug gegen Ungerechtigkeiten in der menschlichen Welt verfolgen darf. Da werden dann erstmal 2 Vergewaltiger entweidet, 2 korrupte Polizisten, die sich an einem Farbigen vergehen aufgeschlitzt und zu guter letzt der ortsansässige und bestechlische Bürgermeister aus seinem Amt enthoben. All jene Dramatik, die dabei hätte entstehen können ist zwar in Ansätzen da, aber durch das Schrumpfen des Hauptfilmes auf seine jetzige halbstündige Länge in dieser Episodenform, lässt das Ganze schon recht verworren erscheinen. Man merkt nahezu, dass dazwischen etliche Handlungsstränge fehlen, und dennoch ist die Darbietung alles andere als langweilig. Klar, der Plot versucht sich sehr moralisch, dass verstickt aber alles im Keim, weil man aufgrund seiner Erwartungen eben bloss niveaulosen Splatter erwartet. Die Entweidung, die Herzentnahme und das Aufschlitzen der Hälser ist zwar recht billig umgesetzt und aufgrund zu dunkler Optik auch nahezu nicht erkennbar, aber dennoch trägt es einen Teil zu dem doch recht zufriedenen Gesamteindruck bei. Die Darsteller sind allesamt befriedigend, die Kameraarbeit solide, die Inszenierung unterhaltsam, die Optik auf gutem Niveau und selbst die Kulissen und Ausstattung lässt vielmehr an eine professionelle Produktion erinnern. Einige technische Effekte lassen dann aber schon das recht geringe Budget erinnern.
Fazit:
Bei aller Mogelei und der gepressten Story angenehm unterhaltsam. Bei vollkommenen Durchzug:
63%
2.Infinite Evil
Ein Baby wird von Halbverwesten entwendet, einige Zeit später treffen 2 Gruppen in einer Kirche aufeinander um eine Geldübergabe abzuhandeln. Währenddessen trifft ein kryptisch daherredender Mann ein, der auf der Suche nach sich und seinem Ursprung ist. Plötzlich wandeln die verfluchten Untoten auf der Erde.
Diese zweite Episode ist absolut zusammenhanglos zusammengeschustert und man erfährt als Zuschauer keinerlei Gründe oder Zusammenhänge. Absolut verwirrende Darbietung, dieser Episode, die zwar handwerklich, optisch und auch technisch recht gelungen ist, aber als Zuschauer steht man auf ungeklärten und unverständlichen Tatsachen. Szene reiht sich unverständlich und sinnlos an Szene und man kann eigentlich bloss erahnen, um was es denn überhaupt geht. Die marode Kirche, die Darsteller und der Score sind dabei wenigstens wunderbar anzusehen und anzuhören. Atmosphärisch erinnert das stellenweise an Ritter der Dämonen, zumindest gibt das Gesehene Geschmack auf mehr. Wenn dann noch die Untoten oder Dämonen aus ihrer verfluchten Gruft zum Vorschein kommen, erreicht das ungeahnten schundigen Horrorcharme, wie ich ihn liebe.
Fazit:
In gewöhnlicher Filmspiellänge sicherlich sehenswert, so einfach bloss verwirrend.
56%
3. Eternal Damnation
Ein Jugendlicher kommt auf eine heruntergekommene und etwas mysteriös anmutende Schule, die ein echt hartes Regiment fährt. Auf der Schule versammelt sich vermeintlich der grösste menschliche Abfall und schon bald geschehen seltsame Morde. Inwiefern hängen die Morde mit der seltsamen Ankunft des Jungens zusammen?
Die letzte Episode ist handwerklich mal wieder überaus gelungen, doch der Plot ist mal wieder mehr als unverständlich. Diese zusammengepresste Story ist in Ansätzen wirklich unterhaltsam und auch fesselnd, aber sicherlich wieder mehr als halbgar. Technisch, in seiner Umsetzung der Kulissen und Effekte und Maskenarbeit wieder überaus zufriedenstellend.
Fazit:
Atmosphärisch aber genauso wirr.
60%
ENDFAZIT:
Tomb of Terror ist letztendlich sicherlich keine Empfehlung, zumindest nicht als eigenständiger Episodenfilm. Wer die Vorbilder in Langfilmfassung kennt, wird sich hierbei bloss nur noch verarscht vorkommen, wem die Firma Full Moon Production aber unbekannt sein sollte, kann diesen wildzusammengeschusterten Schund als Appetizer ansehen. Handwerklich, technisch und in Sachen Score und Kulissen aber mehr als überproduzierter Schund. 3 moralische Kurzgeschichten mit mehr als gelungenem Charakter, Möchtegernhorror mit reichlich Gore und genretypischen Billigschund.
179% / 3 = 59,9 %