In "Kifferwahn" offenbart im Jahre 1936 ein Wissenschaftler den naiven Eltern einer amerikanischen Kleinstadt die schlimmste aller Bedrohungen, der ihre Kinder ausgesetzt sind: Marihuana! Zu diesem Zweck zeigt er einen putativen Dokumentarfilm, indem der unschuldige Jimmy Harper der Verlockung Marihuanas erliegt. Er vernachlässigt daraufhin sogar die angehimmelte Mary Lane.
Es handelt sich bei "Kifferwahn" zwar schon um eine Drogenkomödie, was ja schon der Name vermuten lässt, doch fehlt im deutschen Titel noch die Information, dass man es sogar mit einem Musical zu tun hat! Tatsächlich sind dem Film die zahlreichen Songs irgendwie auch um einiges wichtiger als die erwarteten typischen Drogenwitze. Hieraus resultiert dann auch, dass man inhaltlich sich bei den Liedern nicht immer mit Drogen beschäftigt, sondern schon mal einfach so zum Spaß mit Romeo und Julia.
Überhaupt sind alle Lieder im Film schön anzuhören und sprudeln über an verschiedenstem Humor, meist aber doch irgendwie makaberer Natur. An vielen Stellen kann man schmunzeln und sogar lachen; der Humor trifft nicht nur den Nerv des Kiffers selbst. Häufige Themen sind nämlich auch die suggerierte Dummheit bzw. Naivheit der verschiedenen Figuren. Die zahlreichen Tanzeinlagen sind stellenweise mehr als gut choreographiert und zeugen von Kreativität.
Die Story selbst ist alles andere als spektakulär und scheint lediglich Aufhänger für die Songs zu sein. Bei einer Kifferkomödie kommt es natürlich nicht unbedingt auf eine ausgefeilte Story an, man muss sich ja nur mal "Half Baked" ansehen; sie muss nur abgedreht seint. Und gegen Ende wird "Kifferwahn" tatsächlich immer abgedrehter und verliert letzten Endes vollständig den Boden unter den Füßen. Wie bei der "Rocky Horror Picture Show" nehmen die Lieder am Ende ekstatische Ausmaße an; sogar der Präsident tanzt mit.
Die Darsteller überzeugen auf ganzer Linie. Sie müssen zwar nicht tiefsinnig schauspielern, doch bringen sie die Übertreibung der Charaktere exzellent herüber. Der ganze Körper wird nicht nur bei den Tanzeinlagen eingesetzt, sondern schon bei den harmlosesten Dialogen. Von der Augenbraue bis zur Hüfte wird alles zum Darstellen gebraucht. Die seichten Anspielungen auf Romeo und Julia schaffen dabei Raum für eine lustige, intensive Körpersprache.
Der Film birgt demnach Unterhaltung für ein großes Publikum, nicht nur für Kiffer und Musicalfans. Man darf aber keinen Sinn oder eine tolle Handlung erwarten, sondern muss sich mit kurzweiligen Gags und viel Musik abfinden.