M-A-R-I-H-U-A-N-A ist BÖÖÖÖÖSE!
Wer den Genuss von THC frönt, der wird sexbesessen, aggressiv und mutiert gar zu einem willenlosen Geschöpf...DEM HASCHISCHZOMBIE!!!
Das ist die „wissenschaftlich fundierte“ Erkenntnis von 1938, über den Marihuanakonsum!
In dieser Zeitspanne bewegt sich auch der hier zu besprechende Film „Reefer Madness“, der den Aufklärungsfilm „Tell Your Children“ (1938) parodiert.
Zur Story:
Ein Drogenbeauftragter des amerikanischen Ministeriums führt eine Aufklärungskampagne über den Marihuanakonsum bei Jugendlichen durch. Er hält einen Vortrag an einer Schule und die Eltern lauschen seinen Ausführungen. Als Fallbeispiel präsentiert er ihnen einen Film über die schädlichen Folgen des Haschischrauchens. In diesem besagten „Aufklärungsfilm“ geht es um das Teenagerpaar Jimmy Harper (Christian Campbell) und Mary Lane (Kristen Bell). Jimmy, ist ein Durchschnittsjunge des spießigen amerikanischen Mittelstandes und Mary Lane ist das weibliche Pendant und dazu noch extrem hohl... . Mary Lane will unbedingt dem Präsidenten Roosevelt vortanzen und fragt Jimmy, ob er nicht mit ihr zusammen tanzen mag. Jimmy, der zwei linke Füße hat, ist verlegen, dass er nicht tanzen kann, doch „Rettung“ naht! Jack Stone (Steven Weber), könnte ihm das Schwingen des Tanzbeins näher bringen und deswegen folgt der ahnungslose Jimmy dem vermeintlichen Tanzlehrer Jack. Bei Jack angekommen wird Jimmy schnell klar das hier etwas nicht stimmt und als er dann dazu gezwungen wird Dope zu rauchen, nimmt sein Leben eine ungeahnte Wendung, die nicht tragischer sein könnte als diejenige in Romeo und Julia.
Wird Jimmy jemals wieder so sein wie früher, oder wird er im schmutzigen Drogensumpf versickern?
Herrlich bissig ist „Reefer Madness“. Hier wird nicht nur über die übertriebene Anti-Marihuana- Kampagnen des letzten Jahrhunderts gewettert, sondern im übertragenen Sinne auch die derzeitige amerikanische Regierung angeprangert. Cannabis wird hier nur exemplarisch für das Aufkommen von Massenhysterien und Hetzkampagnen verwendet (Man denke an den ganzen Terrorwahn, selbst hier in Deutschland). So will der Regisseur Andy Fickman mit seiner höchst eigenwilligen Marihuanamusicalpersiflage, die Konstanz des amerikanischen Spießbürgertums karikieren.
Außergewöhnlich innovativ und Detailverliebt stellt Fickman diese doch so „saubere“ Gesellschaft in Frage, die vom Staat von vorne bis hinten ausgebeutet und an der Nase herumgeführt wird! ABSOLUT GENIAL!
Die Musicaleinlagen sind durchaus gewöhnungsbedürftig, insbesondere dann, wenn man so wie ich, nicht unbedingt auf Rumgetanze und Rumgesinge steht. Doch auch hier kann „Reefer Madness“ den Zuschauer fesseln, denn die Gesangsparts sind sehr lustig und inhaltlich klasse!
Höhepunkt ist meines Erachtens der Musicalpart, wo „Jesus Christ Superstar“ völlig veralbert wird!
Das Ende gipfelt in den reinsten Absurdismus, aber ich möchte nicht spoilern... Es sei nur am Rande bemerkt, dass es ein wenig blutig wird!
Da wäre ich aber auch schon bei der negativen Kritik, die jedoch nicht dem Film, sondern der FSK gilt. Dieser Film hat eine Freigabe ab 12 Jahren. Nun vermag ich nicht so ganz zu verstehen weswegen. Hier werden Babys an Chinesen verkauft, damit sie von ihnen verspeist werden können, hier wird jemandem das Herz rausgerissen und und und... Nur weil es unter dem Deckmantel des Humors geschieht, kann dies doch nicht ernsthaft von den Filmprüfern als Argumentationsgrundlage für die 12er Freigabe gedient haben. Ja, da hätte man auch direkt „Braindead“ ab 12 Jahren freigeben können. Nicht mal das Argument das der Film die Message „Drogen sind böse“ hat zieht hier richtig. Viel zu offensichtlich wird hier der Drogenmissbrauch, durch seine überspitzte Darstellung, ins lächerliche gezogen, was ein Zwölfjähriger mit ein wenig Erziehung und Sozialisation 100%ig auch schon versteht. So ist demnach „Drogenverherrlichung“ gekoppelt mit „Gewaltverherrlichung“ und das ist „Reefer madness“ auf jeden Fall, absolut O.K. für Jugendliche. Interessant!
Fazit:
„Reefer Madness“ ist ein totgenialer Film, der auch ohne vorherigen Cannabiskonsum auf den Zuschauer wirkt. Das extrem Überspitzte des Films, vermag nicht jeden Geschmack treffen. Die Idee Musicalsegmente in den Film zu integrieren muss ich als sehr gelungen werten, obwohl das ja nicht so mein Fall ist.
In diesem Sinne 9 von 10 Punkten!
ANMERKUNG:
Meines Erachtens ist dieser Film für 12 jährige nicht geeignet!!! Die FSK war mal wieder an falscher Stelle nachsichtig, wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass die betreffenden Filmprüfer nicht mal über das geistige Niveau einer Amöbe verfügen!