John Schlesinger ist ja für seine harten Stoffe bekannt (Aua: Der Marathon-Mann beim Zahnarzt). Mit "Day of the Locust" allerdings ist ihm der absolute Schlag ins Gesicht und den Magen gelungen.
Der Ensemble-Film handelt von kleinen Figuren am Rande der Hollywood-Gesellschaft. Ein Setzeichner, eine Möchtegernschauspielerin, ein Zurückgezogener, verklemmter Spießer (der Homer Simpson heißt, was aber nichts mit der Serie zu tun hat, wie Matt Groening sagt) und weitere Typen. Donald Sutherland liefert hier eine seine besten Darstellungen ab.
Wie es Schlesinger mit Hilfe idyllischster Bilder gelingt, den Albtraum Hollywood darzustellen, ist meisterhaft. Je mehr die Schicksalsschraube der durchweg eher unsympathischen, bemitleidenswerten Charaktere angezogen wird, desto apokalyptischer werden die Szenen. Ohne viel verraten zu wollen: Dawn of the Dead ist verglichen mit der emotionalen Sprengkraft des Finales ein Kindergeburtstag.
Ein Muss für alle Freunde des kritischen 70er-Kinos und wärmste Emfehlung für alle anderen.