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Willi und Lacey müssen als Kinder mit ansehen, wie ihre Mutter mit ihrem Liebhaber herummacht, der Willi auch misshandelt. Eines Nachts rächt sich der kleine Junge und bringt seinen Peiniger um. Zwanzig Jahre später führen die beiden Geschwister fernab ihrer Wurzeln ein schlichtes, doch eigenständiges Leben auf der Farm von Tante und Onkel, als sich die im Sterben liegende Mutter bei ihnen meldet. Urplötzlich werden die Albträume bei den beiden wieder wach, daran kann auch der Psychiater Dr. Warren (John Carradine) nichts ändern. Denn wie ein Geist aus dem Reich der Toten scheint ihr Albtraum wiederzukehren. Die subjektive Kamera verrät nichts von der Identität oder dem Aussehen des Killers aus der Spiegelwelt, dennoch werden bei den schnorchelnden Auftritten Erinnerungen an "Halloween" wach, während eine Hypnoseszene mit besessener Stimme an den Klassiker "Exorzist" erinnert, ein klappernder Haushalt wie in "Poltergeist" darf auch nicht fehlen. Laceys Albträume von ihrem Boogey Man sind gut inszeniert, es sind gerade diese atmosphärisch dichten Momente, wo "Boogey Man" gefallen kann. Mit übernatürlichem Einschlag lässt das Drehbuch nicht einfach einen Slasher auf die Landbevölkerung los, sondern spielt ein wenig (leider zu wenig) mit den Urängsten des Menschen vor dem schwarzen Mann. Als phantastischen Film geht Uli Lommel seine Version davon langsam an, wer nur auf die wenigen Mordszenen scharf ist, braucht einiges an Geduld und wird selbst dann aufgrund der harmlosen Umsetzung nicht auf seine Kosten kommen. Glänzen kann dieser Oldschool-Horror vor allem mit einigen stimmungsvollen Passagen, wenn düstere Sets vom gelungenen Synthiescore von Tom Krog untermalt werden. Dies kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Inszenierung insgesamt zu wenig Spannung aufbaut und schlussendlich zu keinem nennenswerten Finale führt. Die Schauspieler sind schlicht, weder John Carradine agiert oscarverdächtig noch Nicholas Love als traumatisierter, stummer Willi, die Kamera ist ebenso zweitklassig, wer nicht auf große Produktionen fixiert ist, wird das verkraften. Störender sind die Spezialeffekte, angefangen von den paranormalen Erscheinungen bis hin zu den wenig ergiebigen Goreszenen ist das meist nur allzu durchsichtig und visuell kein Augenschmaus. Ulli Lommel hätte mehr daraus machen können, wenn das Drehbuch nicht so löchrig und unentschlossen gewesen wäre. Das Budget war zudem sichtlich gering, auch wenn Hauptdarstellerin und Dupont-Erbin Suzanna Love, damals mit Ulli Lommel verheiratet, hier und da Geld in die Produktion steckte.

Fazit: Nur wegen der stellenweise vorhandenen 80er-Atmo sehens-/hörenswert, ansonsten Durchschnitt ohne funktionierende Story. 4/10 Punkten

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