Ich kann den Hype und den hohen Bekanntheitsgrad um den langweiligen Horrorfilm " The Boogeyman " nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt das einzig und allein daran, dass der deutsche Regisseur Ulli Lommel das Drehbuch schrieb, produzierte und Regie führte. Es gibt sogar noch eine noch miesere Fortsetzung und die Produktionsfirma Dark Castle hat eine neue Geschichte um den Boogeyman in Szene gesetzt. Alle drei Filme haben eines gemeinsam, sie taugen nicht sonderlich viel. Horrorfilme und Slasher hatten in den 80er Jahre bekanntlich Hochkonjunktur und trotzdem gab es keine Kinoauswertung, schon damals hatte der Film nicht das Zeug dazu im Kino zu laufen und das hat schon etwas zu heissen. Entweder hatte Lommel nicht die Kohle für die Promotion, oder den Film wollte Keiner sehen. Zweiteres klingt für mich eher logisch, denn auf Video wurde der Film erst richtig bekannt.
Story:
Im Alter von vier Jahre, muss die kleine Lacey mit ansehen, wie der brutale Lover ihrer Mutter, ihren älteren Bruder Willy quält. Doch Willy rächt sich und ermordet seinen Peiniger.
Zwanzig Jahre später hat Lacey ( Suzanna Love ) das Ganze immer noch nicht verarbeitet. Sie hat selbst einen Sohn, zusammen mit ihrem Mann Jake ( Ron James ). Willy ( Nicholas Love ) lebt auch bei ihnen, doch seit dieser Tat ist er stumm. Um alles doch noch zu verarbeiten, fährt Lacey mit ihrem Mann in ihr damaliges Haus. Dort bekommt sie grausame Visionen und zerbricht einen alten Spiegel. Niemand weiss, dass in dem Spiegel der Geist des ermordeten Mannes gefangen ist, der sich nun beginnt durch grausame Morde zu rächen.
Man kann der Idee mit den Scherben ja noch ein bisschen was abgewinnen, aber es gibt viel zu viele unlogische und nicht erklärte Nebenfaktoren. Durch das Zerbrechen des alten Spiegels wird der Geist des Ermordeten erweckt und jedes Mal wenn ein Bruchstück dieses Spiegels vom Rest getrennt wird, beginnt es zu leuchten und es geschehen Morde, natürlich wie durch Geisterhand, wir hören immer nur das aufdringliche Schnaufen des Boogeymans. Warum die Scherben auf einmal verbrennen, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen und wie der geist des Ermordeten in den Spiegel kam und warum, ist fraglich und wird nie erläutert. Leider dümpelt die ganze Story langweilig vor sich hin. Es passiert viel zu wenig, denn erst in der zweiten Hälfte bekommt man ein paar Morde zu Gesicht, doch bis dahin muss man sich erst mal durchquälen durch ettliche nervige und unnütze Dialoge, zudem die viel zu lang geratene Einführung der uninteressanten Charaktere.
Natürlich leidet darunter die Spannung, welche nur in wenigen Momenten vertreten ist. Auch die Kulissen sind nicht unheimlich genug, wobei der Score wirklich immer gelungen erscheint.
In der zweiten Halbzeit kann man sich immerhin noch an ein paar gut in Szene gesetzten Goreeffekten weiden. Viel gemordet wird zwar nicht, aber immer auf andere Weise. Ein Mädchen schneidet sich aufgrund der fremden Macht selbst die Kehle mit der Schere durch, ein kleiner Junge bekommt durch ein Fenster das Genick gebrochen und auch die Idee mit der Grillgabel ist ganz in Ordnung. Das Blut darf in guten Maßen fließen, aber ein paar Morde geschehen auch nur im Off, wir bekommen dann nur die blutige Leiche zu Gesicht. Hier bekommt man endlich das Gefühl sich in einem richtigen Horrorfilm zu befinden, auch wenn der Bodycount niedrig bleibt, aber endlich ein bisschen Spannung mit inbegriffen. Natürlich legt Lommel auch gleich mal den Grundstein für das miese Sequel.
Die Darsteller siedeln sich alle im durchschnittlichen Bereich und außer dem arg hölzernen Nicholas Love gibt es keinen Grund zur Klage.
Fazit:
Absolut nicht gut genug, um als Kultfilm gehandelt zu werden. Ich hatte mir mehr davon erhofft, aber es bleibt nur ein unterdurchschnittlicher Horrorfilm mit einer langweiligen ersten Hälfte. Die wenigen Goreszenen sind gelungen, genauso wie der Score. Die Kulisse ist nicht düster genug und Spannung kommt nur selten auf. Die Darsteller kann man lassen. Zudem wird viel zu wenig erklärt. Insgesamt sehr maue Horrorunterhaltung.