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Seitdem Jûzô (Shun Oguri) als Kind von seinen Klassenkameraden böse drangsaliert wurde, gibt seine zweite Persönlichkeit, der kaltblütige Rächer No. 13 (Shido Nakamura), auf ihn Acht. Als der sadistische Vorarbeiter Akai (Hirofumi Arai) ihm an seinem neuen Arbeitsplatz das Leben zur Hölle macht, tritt No. 13 auf den Plan…

Ausgesprochen scharfsinnig versteht Regiedebütant Inoue Yasuo es, mit einer eigenwilligen Zeichensprache jene dunklen Kanäle der Seele auszuleuchten, in die sich Jûzôs unaufgearbeitete Not, sein nie verheilter Schmerz zurückgezogen hat, um zu gären und die Welt, die ihn gepeinigt hat, heimzusuchen. So entsteht vor den Augen des Zuschauers ein faszinierender und zugleich abstoßender Kosmos, der nur aus Niedertracht und Sadismus zu bestehen scheint, in dem das Erdulden von Gewalt zur Tugend und das Austeilen von Gewalt zur Sehnsucht wird. No. 13 erscheint darin zugleich als tragisches Sinnbild einer gespaltenen Persönlichkeit wie auch als kindliches Wunschbild eines unsichtbaren, übermächtigen Beschützers, der freilich jedes Maß verliert. Trotz einiger kunstgewerblicher Selbstgefälligkeiten ein sehenswerter Debütfilm, der mit Andeutungen, No. 13 könnte mehr als nur eine Kopfgeburt sein, noch an Vielschichtigkeit gewinnt.

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