Wie schade "Neighbor No 13" fängt schön metaphorisch an und hört ebenso auf, nur ist dazwischen annähernd jede Szene dermaßen ausgedehnt, dass man nur zu leicht einschlafen kann. Viel verpasste man nicht, denn das Drehbuch nach Vorlage eines Mangas ist nicht gerade spektakulär, man könnte es verlustfrei in der halben Spielzeit erzählen. Zumeist beschränkt es sich auf das Drama um den als Kind von seinen Mitschülern misshandelten Jûzô, der seitdem mit einem durch Säure entstellten Gesicht gestraft ist. Eine Story also mal wieder, die sowohl bei unzähligen, alten, schundigen US-Slashern wie auch genau so unzähligen Asia-Thrillern der Neuzeit verbraten wurde, armes Würstchen rächt sich am Peiniger, das war's. Interessant ist lediglich, wie seine gespaltene Persönlichkeit von zwei Schauspielern dargestellt wird, während die eine mit normalem Antlitz weiter ihr Opferdasein fristet, sinnt das Alter Ego nach Rache. Den äußerlich wie innerlich als Monster angelegten Psycho nimmt man Shido Nakamura mit seinem in der zweiten Hälfte überzogenen Spiel nur noch bedingt ab, ansonsten ist das Casting (u.a. Takashi Miike) noch ein Lichtblick. Absolut unerträglich sind die in die Länge gezogenen Höhepunkte, die damit unnötig zunichte gemacht werden, gekonntes Timing sollte sich Regiedebütant Yasuo Inoue noch auf seine to do Liste setzen. Die Vergleiche mit "Oldboy" im Vorfeld hinken auf beiden Beinen, weder visuell noch inhaltlich hält dieser Thriller, was er verspricht. Passend dazu werden die eigentlich für die Story notwendigen Gewaltakte Off Screen vorgenommen, Ausnahmen sind ausgerechnet am Anfang zu finden, wo in Rückblenden die grausame Kinderpein gezeigt wird. Leider wird der übrige Platz noch nicht einmal mit fesselnder Charakterzeichnung ausgefüllt, um damit ausgenommen gut unterhalten zu werden. Die bewegenden Momente halten sich arg in Grenzen und der einschläfernde Rest macht, bis auf einige kleine Skurrilitäten am Rande, kaum noch Spass. Das vermeintliche Racheepos wird mit bekannten Versatzstücken und tempolosem Finale schlichtweg versemmelt. Wer einen ruhigen Thriller erwartet, wird vielleicht weniger enttäuscht sein, ungeduldigen Zuschauern, die womöglich einige Bösartigkeiten erwarten, kann man "The Neighbor No. 13" nur bedingt empfehlen.
Fazit: Zäh wie ein Kaugummi, außer dem hervorragenden Score stellenweise wirklich dröge. Besser als Soundtrack allein im Dunkeln hören. 4/10 Punkten