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Es sind endlich Ferien, oder wie Alice Cooper sagen würde: "School's out for Summer!" Yeah, it's party time! Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die lebenslustigen Teenager Greg (Michael Zelniker) und Steve (Carl Marotte) sowie die beiden Schwestern Donna (Karen Stephen) und Suzy (Helene Udy). Flipper-Meister Greg geht mit Donna, sein Kumpel Steve mit Suzy. Für Greg und Steve ist kein Scherz zu billig, die beiden Tunichtgute treiben sich in ihrem Van unermüdlich in der Gegend herum und veranstalten Blödsinn am laufenden Band. So haben sie zum Beispiel ständig den angeberischen Oldtimer-Besitzer Rod (Matthew Stevens) und seine zugeknöpfte Freundin Pam (Sue Ronne) auf dem Kieker, geraten aber auch schon mal mit Bert (Thomas Kovacs), dem Anführer einer Motorradgang, aneinander. Bert, der mit der ultrascharfen Kellnerin Sally (Joy Boushel) zusammen ist, plant, das diesjährige Flipper-Turnier mit Unterstützung des dicken Losers Whimpy (Joey McNamara) zu gewinnen, den er mit der Aufnahme in seine lustige Gang ködert. Whimpy arbeitet in Petes (J. Robert Maze) Flipperbude Pete's Arcade und soll im entscheidenden Match das Gerät manipulieren. Doch bis es soweit ist, steht jede Menge Unfug auf dem Programm, kriselt es in der Beziehung unserer Heldenpärchen und sprintet Sally halbnackt über den Rasen, wobei man(n) den Blick nicht von ihren wild hüpfenden Möpsen abwenden kann.

George Mihalkas Debütfilm Pinball Summer, gedreht unmittelbar vor seinem grandiosen Slasher-Klassiker My Bloody Valentine (Blutiger Valentinstag) und hierzulande Flippergirls betitelt, ist ein ungemein vergnüglicher Teensploitation-Flick, welcher das Herz am rechten Fleck hat und dem Genrefan ein Grinsen ins Gesicht zaubern sollte, das einem Breitmaulfrosch zur Ehre gereicht. Pinball Summer bezaubert nicht nur mit seiner liebenswerten Unschuld sondern begeistert auch mit seiner unbeschwerten Leichtigkeit. Der Streifen ist einfach von Anfang bis Ende grundsympathische Unterhaltung, der - obwohl Sex natürlich eine Rolle spielt - niemals unter die Gürtellinie abtaucht. Aufgrund der zahlreichen entblößten Brüste hat sich dieses kanadische B-Movie sein R-Rating aber redlich verdient, obwohl es inhaltlich recht harmlos und brav und nie ordinär daherkommt. Als MacGuffin dient die Trophäe, welche es beim Flipper-Wettbewerb zu gewinnen gibt und worum die dünne Story lose gewebt wurde. Einen roten Handlungsfaden gibt es nicht, aber das ist völlig egal, da man den liebenswerten Charakteren bei ihren Abenteuern einfach gerne zusieht. Egal ob im Drive-In-Kino oder am Strand, bei einer Pool Party oder am Rummelplatz, in Pete's Arcade oder in der Burger-Bude, in der Disco oder auf der Straße, der abwechslungsreiche und äußerst charmante Spaß hört nie auf. Und wem das tatsächlich noch nicht reichen sollte, dem sei gesagt, daß Rodney Gibbons' Kamera die in engen Hot Pants steckenden Knackärsche der Mädels ebenso schön einfängt wie das heiße Strip-Flippern am Pool oder das spritzige Wet-T-Shirt-Autowaschen im Vorgarten. Ja, der Anspruch hält sich in Grenzen, aber die Nonstop-Fun-Action, der nie die Luft ausgeht, reißt's mehr als nur raus.

Geil ist auch der nicht nur in Kanada Kultstatus genießende Soundtrack des frankokanadischen Pop-Duos Jay Boivin & Germain Gauthier, der mit flotten Titeln wie Summer Magic, Sweet Madness, Sally Joy oder Summer Girls phasenweise bestimmt nicht zufällig nach den Beach Boys klingt. Die Figuren sind allesamt einfach aber sehr sympathisch gezeichnet; selbst den nominellen "Bösewichtern" kann man beim besten Willen nicht böse sein. Manche Figuren erscheinen überraschend authentisch, andere wiederum sind comichaft übertrieben dargestellt, wie z. B. der Burger-mampfende Whimpy auf seinem Mini-Motorrad. Mein persönlicher Favorit des quirligen Heldenquartetts ist die blonde Suzy, welche von der hübschen Kanadierin Helene Udy gespielt wird. Udy, die auch in My Bloody Valentine mit dabei ist, ist nicht nur talentiert und sieht gut aus, sie hat auch eine ungemein positive Ausstrahlung und vermittelt Lebenslust pur. Ein richtig süßer Spatz! Als scharfe Sexbombe brilliert Joy Boushel, unvergessen als Jeff Goldblums One-Night-Stand in David Cronenbergs The Fly. Fans des 1959 geborenen, rothaarigen, sommersprossigen Blickfangs, die ihre Filmkarriere leider viel zu früh an den Nagel hing, sollten sich diesen Streifen auf keinen Fall entgehen lassen. Überhaupt tummeln sich in Pinball Summer ein paar bekannte Gesichter, welche Anfang der Achtziger in mehr oder weniger bekannten Horrorfilmen (z. B. My Bloody Valentine, Terror Train, Happy Birthday to Me und Humongous) mitspielten. Wer also sehen will, was kanadische Teenager Ende der Siebziger (der Film wurde im Sommer 1979 in und um Montreal gedreht) so getrieben haben, bevor der Ernst des Lebens ihrer sorgenfreien Jugendzeit ein jähes Ende bereitete, der ist bei George Mihalkas locker-flockigem Sommerspaß Pinball Summer goldrichtig.

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