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"Mörder Ahoi!" ist der letzte Teil der vierteiligen Krimireihe um die Hobbydetektivin Jane Marple. Hierfür konnte man Hauptdarstellerin Margaret Rutherford noch einmal überreden. Es waren weitere Krimis mit ihr geplant, doch mit ihren 75 Jahren lehnte sie weitere Rollen als Miss Marple ab. Die Drehbuchautoren Jack Seddon und David Pursall mussten sich eine eine eigene Story aus den Fingern saugen, "Mörder ahoi!" ist der einzige Teil der Reihe, welcher nicht auf einer Novelle von Agatha Christie basiert.

Miss Marple (Margaret Rutherford) ist Mitglied in einer Seemannsstiftung, welche kriminelle Jugendliche unter ihre Fittiche nimmt. Ihr Vater hat diese Stiftung damals gegründet. Auf einer Sitzung bricht plötzlich ein Stiftungsmitglied tot zusammen. Der Schnupftabak schien vergiftet gewesen zu sein. Ist doch Ehrensache, dass Miss Marple sofort mit ihren Ermittlungen beginnt. Der Tote war zuletzt zu Besuch auf dem Schulschiff M.S. Battledore unter Captain Rhumstone (Lionel Jeffries). Dort quartiert sich Miss Marple für ein paar Tage ein, natürlich ist Mr. Stringer (Stringer Davis) stets in ihrer Nähe. Auch Ober Inspector Craddock (Charles Tingwell) unterstützt Miss Marple.

Auch wenn Agatha Christie hier ihre Finger nicht im Spiel hat, so ist das Schema das gleiche geblieben. Die Geschichte um das Schiff M.S. Battledore, wo sich kriminelle Jugendliche rehabilitieren können, reiht sich nahtlos in die Serie ein. Wieder haben wir einen großen Täterkreis und wirklich Jeder könnte es gewesen sein. Das Rätselraten darf beginnen und im Finale folgt wie üblich die große Überraschung. Mit diesem Mörder hätte man nicht gerechnet, der natürlich noch für ein paar Leichen mehr sorgt während des Films. Witzig finde ich die Idee mit der Mausefalle.

Nur das Motiv des Mörders war mir zu gängig, da es schlichtweg nur um Geld geht. Doch wie er das anstellt, ist nett erdacht. Auch in Punkto Spannung ist "Mörder ahoi!" etwas schwächer als die Vorgänger. Miss Marple gerät zu wenig in brenzlige Situationen. Sie wird nie ertappt, muss sich nur ein paar mal verstecken. Aber Stammregisseur George Pollock setzt auch den letzten Teil mit einer ordentlichen Portion Humor in Szene und lässt das Finale richtig ausarten. Miss Marple muss sich dort nämlich ihrer Haut erwehren und darf sich ein Fechtduell mit dem Mörder liefern. Auch Mr. Stringer ist diesmal mehr involviert und muss Miss Marple später sogar noch das Leben retten. Tapsig wie immer ist Craddock, der im Vorgänger nur dank Miss Marple zum Ober Inspector befördert wurde.

Punkten kann "Mörder ahoi!" mit der Schiffskulisse, die eine willkommene Abwechslung darstellt. Sonst sorgten ländlich gelegene Anwesen, oder alte verwinkelte Bauten für eine unheimliche Atmosphäre. Die Schiffskulisse steht dem in nichts nach, obwohl die M.S. Battledore vor der Stadt ankert. Den Score übernimmt man üblicherweise von den drei Vorgängern, die Titel und Abspannsmelodie ist ein absoluter Ohrwurm, kann man sie auch immer wieder hören.

Zum letzten Mal ist Margaret Rutherford in ihrer Paraderolle zu sehen. Einfach unschlagbar, schrullig und humorvoll. Erneut spielt sie alle an die Wand mit ihrem Charme. Ihr Ehemann Stringer Davis schlüpft wieder in die Rolle des Helfers Mr. Stringer und Charles Tingwell verkörpert den Ober Inspector Craddock. Mit Lionel Jeffries als Captein Rhumstone ist wieder ein sehr bekannter britischer Schauspieler an Bord.

Es macht auch beim vierten Mal noch richtig Spass. Auch wenn die Ermittlungen nicht ganz so spannend verlaufen wie in den Vorgängern und das Motiv des Mörders etwas schwach ist, so überzeugt auch "Mörder ahoi!" auf ganzer Linie. Tolle Darsteller, viel Humor, Spannung und das Ratespiel um den Mörder. Schade, dass hier Schluss war.

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