Wirklich große Liebesgeschichten gibt es eigentlich relativ wenige. Neben der wohl bekanntesten, „Romeo und Julia“, dürfte sich wohl „Tristan und Isolde“ unmittelbar dahinter einreihen. Einige Parallelen lassen sich zwischen diesen beiden Geschichten sicherlich finden, doch tendiert „Tristan und Isolde“ doch eindeutig in Richtung Saga, was natürlich auch dem Örtlichkeiten der Geschehnisses zuzuschreiben ist.
Wer, so wie ich, vollkommen unbehaftet in den Film geht und somit in keinster Weise weiß was ihn erwartet, der könnte hierbei sein wahre Freude haben. „Tristan und Isolde“ ist keine reine Lovestory aus dem 6. Jahrhundert und lebt auch nicht von großartigen Dialogen welche Shakespeares großer Schreibkunst zugrunde liegen. Die große Stärke des Filmes liegt wohl darin, dass er gekonnt zwischen fast kitschigen Liebesszenen und gut in Szene gesetzten Kampfszenen hin- und herschwenkt. Dies alles natürlich vor der schönen und altbewährten Kulisse Irlands bzw. Englands. Zwar sind die Kampfszenen nicht Filmbestimmend, können aber in jeglicher Hinsicht überzeugen, da sie ganz nicht zu schnell geschnitten sind und somit auch gleichzeitig eine übermäßige Brutalität vermieden wird.
Im Vordergrund steht dabei natürlich stets die unerfüllte Liebe zwischen Tristan und Isolde, welche meiner Meinung nach sehr gut von James Franco und Sophia Myles verkörpert werden. Der Funke ihrer Liebe springt dabei durchaus auf den Zuschauer über, wirkt aber zu keiner Zeit übertrieben oder gar kitschig. Aber natürlich auch Rufus Sewell macht seine Sache als betrogener Lord Marke einwandfrei.
Die typischen Markenzeichen einer großen Liebesgeschichte, wie z.B. Wut, Leidenschaft, Enttäuschung und Verzweiflung kommen alle gut zu Geltung und sind gut in die durchaus etwas politisch angehauchte Thematik des Filmes integriert.
Rein vom optischen her konnte mich „Tristan und Isolde“ sowohl in Form der guten Bilder und auch der Kameraarbeit durchaus überzeugen. Und wer seine Optik dabei auf die beiden Hauptdarsteller richtet, dürfte auch nicht enttäuscht werden. Auch Kostüme und Gepflogenheiten des Mittelalters wurden gut und durchaus detailgetreu wiedergegeben.
Alles in allem wird „Tristan und Isolde“, auch durch diese hervorragende Verfilmung, wohl nie den Stellenwert von Romeo und Julia einnehmen. Wer jedoch nicht in erster Linie auf großartige Dialoge Wert legt, sondern sich statt dessen für das Mittelalterliche Großbritannien bzw. Irland interessiert, wird hieran sicherlich seine große Freude haben. Gute Darsteller, sehr gute Bilder und eine durchaus ansehnliche Story machen „Tristan und Isolde“ für mich, als nicht unbedingt großen Fan von Liebesromanzen, neben „Romeo und Julia“ zu den besten Film seiner Art – wenn es dabei um Sagen und Mythen geht.