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„Vier Frauen und ein Mord“, Margaret Rutherfords dritter Auftritt als Miss Marple, ist, um es vorweg zu nehmen, mein persönlicher Lieblingsfilm der Reihe. Auch im dritten Durchlauf noch in vollem Saft und Kraft sämtlichen dazugehörigen Elemente der Reihe in die Handlung integrierend, ist es wohl die Wahl des Schauplatzes, die diesen Film so interessant macht, denn die Mördersuche geht diesmal in einem Wandertheater vor sich, welches an einer lokalen Bühne ein neues Stück einübt.

Der kraftvoll-energische Charakter Miss Marples verträgt sich außerordentlich gut mit den Bühnenbrettern und bringt eine ganze Reihe von interessanten und spannungsfördernd inszenierten Szenen zutage.
Ein Vergnügen per se ist schon die Einführung, in der ein Dorfpolizist am späten Abend einen vermeintlichen Mörder fasst, während der darauf folgende Gerichtsprozess mit Miss Marple als Geschworener selbstverständlich der Fuß in der Tür zu Justitia darstellt.
Der Blick mit dem die restlichen Geschworenen unisono auf Miss Marple verweisen, die wie ein Unschuldslamm kein Wässerchen trüben kann, ist einer der besten der ganzen Serie.

Und nichts wäre spannungsfördernder, als Morde im Theatermilieu anzusiedeln, wo mit Requisiten, Falltüren und dunklen Gängen der Atmosphäre Tor und Tür geöffnet wird. Wobei allerdings der vielleicht am raffiniertesten konstruierte Mord aller vier Filme mittels Zyankali in einer ebenso altmodisch in Szene gesetzten Pension stattfinden.

Margaret Rutherford ist absolut in ihrem Element und das Vorsprechen vor ihrem diesmaligen Widerpart, dem eingebildeten Ron Moody, bei dem sie eine irische „Murder Ballad“ vorspricht, die alle in ihren Bann reißt, außer natürlich Moodys Cosgood, ist von packender Intensität.

Auch ist hier der Mörder letztendlich am schwersten zu identifizieren, denn er hat keine durch einen Schauspieler oder eine besondere Rolle exaltierte Position, sondern ist tatsächlich einer von mehreren Verdächtigen. Und das Finale, dass natürlich mitten während der Aufführung aufläuft, ist ein Spaß sondergleichen, bei dem vor allem Inspektor Craddock mal wieder schlecht abschneidet.

Bezüglich des Plots ist dies der reichhaltigste und am besten konstruierte Teil, der alle Beteiligten ausgiebigst in Szene setzen kann. Dafür Applaus und Vorhang. (9/10)

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