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Florida im Jahr 1994: Vor der Küste von Miami versuchen ein paar Wissenschaftler eine Möglichkeit auszutüfteln, um ein gesunkenes russisches Atom-U-Boot zu bergen. Die aus dem Inneren des Schiffs austretende Strahlung sorgt jedoch dafür, dass im Bermudadreieck das legendäre Atlantis wieder aus den Tiefen des Ozeans auftaucht. Die dabei entstehenden Flutwellen zerstören die Forschungs-Station und einige Überlebende werden von den beiden Ex-Vietnam-Soldaten Mike und Washington aus dem Wasser gezogen. Als man auf einer Karibik-Insel anlegt, muss man feststellen, dass die Bewohner von Atlantis nach der Weltherrschaft greifen und bereits ihre Todes-Schwadronen entsendet haben. Mit einem offenbar endlosen Munitions-Vorrat gelingt es Mike und den anderen allerdings ganz gut, den Unterwasser-Freaks Paroli zu bieten... Ruggero Deodato, der zuvor mit "Mondo Cannibale 2 - Der Vogelmensch", "Nackt und zerfleischt" und "Der Schlitzer" ein paar Ausrufezeichen in Sachen Brutalo-Horror der heftigsten Sorte gesetzt hat, die auch heutzutage bei Genre-Die-Hards immer noch einen gewissen Ruf genießen (ob dieser nun positiv ist oder nicht, sei mal dahingestellt!), hat da im Anschluss mal was anderes versucht und mit "Atlantis Inferno" ein Filmchen abgeliefert, das doch sehr nach typischer Italo-Ausschuss-Ware aus dem Action- und Science-Fiction-Fach geraten ist... und hat sich damit ziemlich auf die Schnauze gelegt, denn selbst das billigste früh80er-"Mad Max"-Rip-Off aus der nächstbesten Kiesgrube sieht gegen diesen Voll-Stuss noch richtig gut aus! Inhaltlich ist das alles nämlich ein Schwachsinn ohnegleichen geworden, der einen trotz Nonstop-Geballer und pyrotechnischer Entgleisungen (u.a. ein paar brennende Stuntmen-Gags etc.) kräftig langweilt und zudem auch handwerklich keinesfalls auf der Höhe ist. Die inszenatorische *ähem* "Finesse" von Deodatos Kannibalen-Epen lässt die Angelegenheit da gänzlich vermissen und selbst die zahlreichen Gewalt-Darstellungen nehmen sich im Vergleich zu seinen reinen Horrorfilmen direkt harmlos aus, so dass auch von der Gorebauern-Warte aus hier nicht wirklich viel zu holen ist. Was einem dann aber doch so richtig auf die Nuss geht, ist neben dem schieren Knallchargentum vor der Kamera der Umstand, dass da eigentlich nicht einmal der schwache Versuch unternommen wurde, sowas wie eine Minimal-Handlung zustandezubringen, die nicht gänzlich blödsinnig von einer dilettantisch verbockten Szene zur nächsten humpelt. Kurzum: "Atlantis Inferno" ist ein durch und durch rotzbeschissener Trash, den auch ein Bruno Mattei nicht schlimmer hinbekommen hätte...

2/10

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