Review

Wieviele Worte soll ich verlieren über eine weitere gut gebaute, formelhaft fabelhaft funktionierende US-Erfolgskomödie mit Star, Love Interest und lustigem Sidekick?
Soll ich jubeln, soll ich schreien, soll ich ihn schnell wieder vergessen?

Gut, viel ist sicher nicht im Langzeitgedächtnis hängengeblieben, dessen man sich auch noch in 10 Jahren erinnert – eine Komödie mit Herz, aufpoliert aber durchschnittlich, gemacht für all die Durchschnittlichen, die genau wissen wollen, was sie zu sehen kriegen werden, wenn sie sich für die Kinokarte entscheiden. Da ist kein Platz für Experimente und Überraschungen, geliefert wie bestellt.

Ein paar Sachen sind aber trotzdem aufgefallen, die ich über das Ergebnis doch ausformulieren möchte.
Da wäre einmal Kevin James, mit sich Will Smith eine schwere Hypothek aufgeladen hat, als er ihn für die Rolle des Albert wollte, denn James stiehlt ihm wirklich jede Szene, vollkommen unproblematisch und ohne aufdringlich zu sein. Kevin James ist der definitive Grund, sich diesen Film ansehen zu sollen, wenn man denn schon muß.

Dann wäre da Smith selbst, der problemlos auch einen nicht-actionorientierten Film tragen kann und sicherlich im Romantikbereich eine prima Figur macht, wäre das hier nicht alles so abgedroschen. Das Skript betont seine Stärken in den Szenen als Date-Doktor, weil er da seine lässige Überlegenheit charmant ausspielt und seine Präsenz ist da auch dementsprechend stark.
Je mehr ihn jedoch die Liebe dahinrafft bzw. persönliche Schicksalsschläge dramatischer Natur sein Geschäft kaputt machen, desto durchscheinender wird auch die Präsenz.
Das finale Geständnis an seine Liebste vor der Tür, auf dem Auto und auf der Straße ist ein regelrecht strapaziös durchzustehen und ein wenig, nein viel weniger aufgelöstes Pathos hätten ihm besser gestanden, denn jede Intimität, die der Film ja beschwört, geht so verloren.

Keine Verbesserung bringt da leider Eva Mendes, die zwar tolle Lippen hat, aber nie souverän wirkt oder die nötige Strahlkraft mitbringt. Die Sympathie stimmt zwar zwischen den beiden, aber sonst wirkt die Topreporterin hier zu aufgesetzt und gewollt – was aber auch an einer klischeehaften Figurenschöpfung liegt.

Ach ja, und der Plot quietscht natürlich in allen Angeln, läßt keine Bärenfalle aus, wenn es ums Genre geht und ist wie meistens nur in den komischen Szenen wirklich stark.

Lachen und Schmachten kann man also, aber bisweilen kann ich das Gefühl der Berechnung nicht ganz ausschließen und dann kehrt ein fader Nachgeschmack ein. Manche Filme können das gut überspielen, aber dafür ist „Hitch“ schlicht und ergreifend nicht originell genug. (6/10)

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