Sein Name ist Hitch. Alex Hitch. Sein Beruf ist es, verzweifelten Männern zu helfen, ihre Traumfrau zu erobern. Sein neuester Auftrag: Den übergewichtigen Steuerberater Albert mit der schwerreichen Allegra verkuppeln. Doch dieser fordernde Job gerät schnell zur Nebensache, als er sich in die Journalistin Sara verliebt und seine unterkühlte Einstellung zu Liebe und Beziehungen bald gehörig in Frage gestellt wird.
Wer nun auf eine tiefschürfende Tragikomödie im Woody-Allen-Stil hofft, sitzt hier eindeutig im falschen Film – allein die Besetzung mit Will Smith und Eva Mendes lässt eine 08/15-Hollywood-Komödie mit sicherem Happy-End erahnen. Alles noch Vorraussetzungen für einen unterhaltsamen Kinoabend, wenn man sein Gehirn vorher abschaltet und der Humor einigermaßen stimmt.
Doch schon hier müssen die ersten Abstriche gemacht werden: Will Smith ist cool und sympathisch wie eh und je – eine Tatsache, die gleichzeitig Stärke und Schwäche des Films ist, denn einerseits reißt seine lockere Art auch vergleichsweise langweilige Konversationen nochmal aus dem Sumpf, andererseits ist er über die volle Spielzeit einfach zu sehr Will Smith, als dass man etwas mit seinem Charakter anfangen könnte, welcher so offensichtlich auf sein Image zugeschnitten ist, dass man schon fast zusammenzucken muss. Eine angenehme Überraschung stellt da schon Eva Mendes dar, die mit ihrer anfänglich leicht zynischen Art immerhin mit ein paar Ecken und Kanten punkten kann und sich damit über die Rolle des reinen Blickfangs hinwegsetzen kann. Doch den unterhaltsamsten Part liefert hier eindeutig Kevin James ab, der mit seiner tapsigen und unbeholfenen Art die Lacher und damit die Sympathien klar auf seiner Seite hat. Schade, dass dies den Machern anscheinend nicht aufgefallen ist: Seine Screentime ist leider äußerst begrenzt, doch wenn er auftritt, gehören die Szenen einfach ihm - da kann sich der ehemalige Prinz von Bel-Air noch so ins Zeug legen. Gegen den eigenwilligen Charme des pummeligen King of Queens kann er einfach nicht ankommen.
Und hier liegt die größte Schwäche des Films: Smith ist sicher zurecht ein Kassenmagnet, doch hätten sich die meisten Zuschauer ganz bestimmt mehr Interaktion zwischen ihm und James erhofft, stellen die gemeinsamen Szenen doch eindeutig die Highlights dar (für die Beinahe-Kussszene gibt es schon mal einen Extra-Punkt). Doch diese sind leider nur spärlich gesät worden – konzentriert man sich doch hauptsächlich auf die Beziehungskiste zwischen Hitch und Sara, die zwar durchaus ihren Reiz hat, aber durch die allgemeine Vorhersehbarkeit kaum fesselt. Da kann auch der geradezu stümperhaft konstruierte pseudo-dramatische Showdown nichts mehr retten. Er lässt einen ebenso kalt, wie Hitchs Erkenntnis, dass man Liebe nicht einfach manipulieren kann – Weisheiten, die den Zuschauer sich zeitweise in einer überlangen „Sex and the City“-Episode wähnen lassen - mit Hitch als männliches Carrie-Pendant, der es sich gleich zu Beginn nicht nehmen lässt, seine Phrasen wie einst Ferris Bueller direkt auf den Zuschauer loszulassen. Ob eine solche Einleitung von Nöten ist, sollte jeder für sich entscheiden.
Nicht nur Darsteller, Grundstimmung und Handlungsverlauf sind voll und ganz auf das Massenpublikum zugeschnitten, sondern ebenso der Soundtrack, der zunächst mit einigen netten Oldies bestückt wurde, später aber durch einen zielgruppenorientierten Hip-Hop-Soundtrack abgelöst wird. Ob man die Musik nun mag oder nicht, wirklich stimmig ist sie in so gut wie keiner Szene. Ebenso nervig, weil geradezu obligatorisch, die einsetzenden Violinen und Pianos, sobald ein Dialog in eine emotionale Schiene rutscht. Letztere drängen sich in einigen Szenen so aufdringlich in den Vordergrund, dass sie den Tenor des Gesprächs regelrecht unter sich begraben.
Was bleibt, ist eine moderne Hollywoodkomödie, wie sie abgezockter nicht sein könnte: Ein sicherer Kassenmagnet, ein angesagter Sitcomdarsteller und ein frisches, weibliches Gesicht als Zugpferde, hineingeschrieben in eine Story vom Reißbrett, die zu keiner Sekunde ein Risiko eingeht, aber wenigstens, dank eines herrlich unbekümmert agierenden Kevin James, nie langweilig wird. Insgesamt programmierte Hollywood-Durchschnittsware mit sicherem Box-Office-Erfolg, die gut unterhält, aber sich letztlich im cineastischen Einheitsbrei wiederfindet.