Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 22.09.2013

Troma empfiehlt, die ersten beiden Fortsetzungen des „Toxic Avenger“ einfach auszulassen, und entschuldigt sich auch noch mit flapsigem Ton für diese Filme. Der Vierte sei das einzig wahre Sequel. Ob sich die Wissenslücken wirklich empfehlen, kann ich nicht beurteilen, da ich der Troma-Empfehlung – wenn auch aus anderen Gründen – gefolgt bin: „Citizen Toxie“ ist erst mein zweiter Film mit dem mutierten Antihelden und es fühlt sich in der Tat nicht so falsch an. Dass Troma sich 11 Jahre nach dem letzten Teil und gar 16 nach dem Original selbst an Geschmacklosigkeiten übertreffen wollten, ist an jeder Ecke spürbar. Insbesondere in der ersten halben Stunde wird der Bildschirm mit einem wahren Shitload an kleinen Anspielungen überhäuft, dass man nur mit Zeitlupe nachkommt. Dies allerdings wäre angesichts der grafischen Widerwärtigkeiten eine äußerst unangenehme Erfahrung, denn die verführen schon in Normalgeschwindigkeit zum luftdichten Verschluss der Popcorn- und Chipstüten. Appetitlich ist bereits die erste Szene nicht, als eine Gruppe von Behinderten, die gerade auf ekligste Art und Weise Nachos verspeist, von einer kaum bemittelteren Gang in Babykostümen geentert wird. Und das ist nur die Spitze eines ganzen Berges aus Blut, Gedärmen, Kot, Urin und Schleim, der nahezu zwei Stunden lang nicht zu versiegen scheint.

Der Plot um das böse Paralleluniversum (Toxie aus Tromaville vs. Noxie aus Amortville) ist spätestens seit „Mario vs. Wario“ und „Springfield vs. Shelbyville“ allerbestes Trash-Fundament und wird hier insofern nochmal aufs Äußerste ausgereizt, dass der böse Noxie bescheuerterweise in Rap-Montur inkl. Goldkettchen aufkreuzt.

Der darauf folgende Verwechslungsplot rechtfertigt dann wohl auch die mit knapp 2 Stunden lange Laufzeit, auch wenn der Film nach 80 Minuten massiv mit Längen zu kämpfen hat; die volle Ladung Bullshit hält man eben nur eine begrenzte Zeit lang aus. Ansonsten aber ein wahres Feuerwerk der Grenzdebilität, das die Abwesenheit memorabler Momente wie im ersten Teil durch ein Dauersperrfeuer des schlechten Geschmacks ausgleichen will. Das gelingt zumindest in Teilen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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