Nach den schrecklichen Vorfällen in den Camps Crystal Lake, Blackfoot und Arawak trifft es nun auch Camp Hurrah und deren (Un)Happy Camper, die da sind: die unter bizarren Alpträumen leidende Alison (Betsy Russell, die Jill in den Saw-Filmen), ihr jedem Frauenrock hinterherjagender Freund Brent (Leif Garrett, Ex-Kinderstar und u. a. im tollen Killer-Kids-Movie Peopletoys zu sehen), die superniedliche Blondine Bonnie (Lorie Griffin aus Teen Wolf), die scharfe Sexbombe Pam (Playboy Playmate April 1986 Teri Weigel, die drei Jahre später ins Pornofach wechselte), deren beste Freundin Theresa (Playboy Playmate Juni 1986 Rebecca Ferratti), die Favoritin der Queen-Wahl Suzy (Penthouse Pet Juli 1986 Krista Pflanzer), der dicke Spaßvogel Timmy (Travis McKenna) und das Team-Maskottchen Cory (Lucinda Dickey, Star aus Ninja III: The Domination). Zu den weiteren potentiellen Opfern zählen noch die Campleiterin Miss Tipton (schräg: Vickie Benson), der für die handwerklichen Belange zuständige Pop (George 'Buck' Flower, ein beliebter Bit-Player in zahllosen Horror- und Exploitationfilmen) und ein Sheriff namens Poucher (Jeff Prettyman). Die Frage ist nicht, wer überleben wird, sondern vielmehr: wer beißt wie ins Gras?
Zuerst einmal muß angemerkt werden, daß man Cheerleader Camp auf keinen Fall ernst nehmen sollte. Von der herrlichen Grundidee über die illustren wenn auch etwas klischeehaften Charaktere bis hin zur lockeren Inszenierung... es ist offensichtlich, daß Regisseur John Quinn einen Streifen abliefern wollte, bei dem trotz aller Metzelei der Spaß im Vordergrund steht. In der ersten Hälfte dieses in Bakersfield und dem Sequoia National Forest gedrehten Slasherfilmes wird der Fan mit ein paar netten Schocks, etwas Blut, viel (vorpubertärem) Humor, wilden Alpträumen und einigen Titten bei der Stange gehalten, und da es sich nun mal "zufällig" um ein Cheerleader Camp handelt, kann man sich auch an hopsenden Cheerleadern und tanzenden Maskottchen erfreuen (Lucinda Dickeys Performance im Krokodilskostüm ist nichts anderes als sensationell!). Nach etwa vierzig Minuten beginnt dann ohne weitere Umschweife das kreative und blutige Töten: da wird eine Heckenschere von hinten durch einen Kopf gerammt, jemand wird von einem Auto gegen einen Baum gequetscht, ein anderer filmt sein eigenes Ableben (inklusive aus dem Bauch flutschender Gedärme) mit der Kamera, und eine klug platzierte Bärenfalle zerfetzt ein unschuldiges Gesicht. Die Spezialeffekte von Thomas E. Surprenant und Julie Wren sind recht ansprechend, auch wenn sie niemals die Klasse eines Tom Savini erreichen und nicht wirklich überzeugen. Erwähnenswert ist noch die gelungene Hommage an A Nightmare on Elm Street (anstatt Freddys Klingenhandschuh schlitzen scharfe Pom Poms!). Die Auflösung ist zwar keine große Überraschung, dafür angenehm fies und böse. Cheerleader Camp ist handwerklich in Ordnung und funktioniert als Slasherfilm auch ganz passabel, obwohl etwas Spannung und die eine oder andere dumme Aktion der Protagonisten weniger dem Film gut getan hätten. Cheerleader Camp ist ganz sicher kein vergessener Klassiker, aber ich fühlte mich trotz aller Anspruchslosigkeit sehr gut unterhalten. Und mehr sollte man von einem Film dieser Art auch nicht erwarten.