1988 war bereits das Ende der Fahnenstange für den handelsüblichen Slasher erreicht, bevor Wes Craven das Genre in den Neunzigern kurzzeitig revolutionierte. Speziell Camp-Slasher wie „Sleepaway Camp“ waren in dieser Zeit angesagt, doch das Regiedebüt von John Quinn macht zu wenig aus der ohnehin schon dünnen Prämisse.
Alison (Betsy Russell) befindet sich mit sechs weiteren Teamkollegen im Trainingslager für Cheerleader, als eine junge Frau tot aufgefunden wird. Da ihr Ableben als Suizid abgetan wird, trainieren die Mädels weiter, bis eine weitere Leiche auftaucht…
Co-Autor und Produzent Quinn war offenbar mehr an Klamauk und kurzen Erotikeinlagen interessiert, was seine Vita deutlich untermauert. Viele Slapstickeinlagen erinnern an die „Eis am Stiel“ – Reihe und insofern darf der plumpe Dicke ebenso wenig fehlen wie der Casanova.
Hinzu gesellen sich die zickige Campleiterin, ein vogeliger Hausmeister und ein stummer Koch, welche zunächst allesamt zum Kreis der Verdächtigen zählen.
Mal abgesehen von Alisons Träumen, die auf die eine oder andere Tat hinweisen, ist der Kreis potenzieller Verdächtiger eher überschaubar. Genau genommen werden früh nachvollziehbare Beweggründe für den Killer eingeschoben, wodurch das Whodunit vorhersehbar bleibt.
Leider können diverse Morde nicht von der allgemeinen Ereignislosigkeit ablenken, denn viele Ableben finden im Off statt. Blutig wird es erst, als eine Heckenschere von hinten durch einen Schädel geschoben wird und eine Axt einen Bauch streift, woraufhin ein wenig Gekröse hervortritt. Später landet noch ein Kopf in einer Bärenfalle. Die dazugehörigen Effekte sind zwar okay gestaltet, doch dass der Streifen auf dem Index landete, ist im Zuge zeitgenössischer Sehgewohnheiten beinahe undenkbar.
Immerhin wird nicht gänzlich schlecht performt. Betsy Russell etwa, welche in der Reihe „Saw“ (Teile 3 bis V) mitwirkte, ist um Ambivalenz bemüht und auch George 'Buck' Flower als Hausmeister wertet das Treiben ein wenig auf. Der Rest ist vorhanden, um möglichst wenig Kleidung zu präsentieren oder eben als weitgehend namenloses Opfer zu enden.
Am Ende bleibt eine unausgegorene Mischung aus Klamauk und Slasher, die nur sehr wenig Spannung liefert, alberne Zoten und angestaubte Situationskomik bemüht und aufgrund der austauschbaren Sets kaum Atmosphäre entstehen lässt. So einen sichtet man allenfalls der Vollständigkeit halber.
4,5 von 10