Review

Mit „A bittersweet Life“ erwartet uns mal wieder ein Rachedrama aus Korea, welches aber trotzdem von den Fans heißbegehrt war. Und enttäuscht hat mich „A bittersweet Life“ nicht, ganz im Gegenteil.


Sunwoo ist seinem Boss Mr. Kang ein treuer Helfer. Wenn es irgendwo brennt, bereinigt Sunwoo die Situation auf seine meist brutale Art und Weise.
So kommt es nicht von ungefähr, dass sein Boss Sunwoo etwas antraut. Kang hat eine junge Freundin, Heesoo, die er wirklich liebt. Dennoch hat er die Vermutung, Heesoo vergnügt sich mit einem jüngeren Mann. Während Kang nach Shanghai fliegt, soll Sunwoo Heesoo bespitzeln und ggfs. sie und ihren Freund töten.
Sunwoo nimmt den Job an und wirklich, Heesoo hat einen jüngeren Freund. Doch diesmal scheitert Sunwoo, er kann beide nicht töten, der Grund warum ist schnell klar, Heesoo. So sollen sich beide nicht wiedersehen, dann würde er sie am leben lassen.
Doch Kang findet heraus, dass Sunwoo seinen Auftrag nicht erfüllt hat. Nun ist Sunwoo plötzlich der Gejagte. Und nicht nur sein Boss jagt ihn, auch ein gewisser Präsident Baek ist auf Sunwoo nach einigen Aktionen nicht gut zu sprechen. Nach einer drastischen Folter schwört Sunwoo Rache...


Für viele war „A bittersweet Life“ der wahrscheinlich höchsterwartete Film aus Korea im Jahre 2005. Umso größer war bei vielen die Enttäuschung, wobei ich dies nicht nachvollziehen kann. Warum der Film jetzt gerade ein großes Plagiat von „Oldboy“ sein soll, verstehe ich nicht. Natürlich haben wir hier ein Rachedrama, aber „Oldboy“ selber war wohl kaum der Erfinder dieses Genre und inhaltlich ist „A bittersweet Life“ auch vollkommen anders.

Schauspielerisch hat mir „Oldboy“ dann aber doch ein wenig besser gefallen, vor allem das furiose Finale von „Oldboy“ toppt so schnell niemand, da kann „A bittersweet Life“ nicht ganz mithalten, auch wenn Hauptdarsteller Lee Byung-hun in Japan ein absoluter Liebling der Frauen zu sein scheint und Shin Min-a einfach süß ist.
Das heißt aber noch lange nicht, dass die schauspielerische Leistung schlecht ist, ganz im Gegenteil, es wird wie gewohnt sehr gute Kost aus Korea geboten.

Richtig ab geht es dann in den Actionszenen, auch wenn der Film über weiter Zeit eher ruhige Töne anschlägt. Ab nach gut 50 Minuten kommt der Film dann in Fahrt und hat mich doch schwer verwundert. Habe ich mir bei einigen Filmen doch gewünscht, dass die Koreaner mal etwas härtere und explizitere Szenen abliefern. Erstaunlicherweise ist dies bei „A bittersweet Life“ der Fall. Die Actionszenen sind klasse gemacht und erstaunlich blutig. Es gibt viele blutige Einschüsse und selbst einige Headshots sind dabei. Gegen Ende fühlt man sich fast in da Palma’s „Scarface“ zurückversetzt, wenn das Blut wirklich nur noch spritz und Dutzende Leute am Boden liegen.
Auch Sunwoos Folterung ist alles andere als harmlos anzusehen und ist eine der stärksten Szenen im Film, natürlich neben den Actionszenen und den Aha-Momenten.

Auch das Ende könnte den einen oder anderen stören, es gar als unrealistisch finden, aber so wirkt schon der ganze Film und wer sich eine gewisse Theorie über das Ende des Filmes einfallen lässt, kann damit auch ganz gut leben. Selbst wenn das Ende nicht der Knüller sein sollte, den man vielleicht erwartet hätte (wieder ziehe ich hier „Oldboy“ vor), hat es mich nicht gestört, da ich vorher knapp 120 Minuten wirklich gut unterhalten wurde. Ein ruhiger Film verändert sich zu einem harten Rachedrama, unterlegt mit wunderschöner Musik, die optimal zum Film passt. Die Musik ist teilweise ziemlich melancholisch, passt aber perfekt zum Film, wenn man sich später Sunwoo anschaut. Er dürstet nach Rache und scheint sich auch in Heesoo verliebt zu haben, natürlich etwas, was sein Boss nie tolerieren würde. So ist „A bittersweet Life“ nicht nur Action, sondern bietet auch dramatische Elemente.


Fazit: „A bittersweet Life“ wird wohl so ziemlich das Beste sein, was man im Jahre 2005 aus Südkorea zu sehen bekommt. Knüppelharte Actionszenen, dazu ein wenig Dramatik, verpackt in einer schönen Optik. Auch wenn „A bittersweet Life“ insgesamt nicht an „Oldboy“ herankommt, enttäuscht hat mich der Film auf keinen Fall. Fans des koreanischen Kinos müssen diesem Film eine Chance geben, auch wenn man schon andere Kommentare darüber gelesen hat. Einfach nicht als Kopie oder ähnliches von „Oldboy“ sehen, ein interessanter und spannender Abend ist vorprogrammiert.

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