Georges Lautners "Der Profi" ist eine optimale Spielwiese für Jean Paul Belmondo. Die Handlung ebnet ihm den Weg als knallhartem Einzelkämpfer, der Rache an denen übt, die ihn betrogen haben. Klingt alles ziemlich bescheuert, ist es aber nicht - Belmondos charismatisches Spiel überzeugt und unterhält auf ganzer Linie.
Joss Beaumont (Belmondo) ist Profikiller im Auftrag der französischen Regierung. In Afrika soll er einen Diktator erledigen. Doch während er sich daran macht, den Job auszuführen, avanciert der Tyrann praktisch über Nacht zum diplomatischen Verbündeten des Landes. Beaumont wird als Attentäter verhaftet, und der französische Geheimdienst leugnet seine Existenz - prompt landet er in einem afrikanischen Arebitslager. Zusammen mit einem Mithäftling gelingt ihm die Flucht, und er kehrt nach Frankreich zurück, nachdem er erkannt hat, daß der neue "Freund Frankreichs" nach wie vor ein absolutistischer Herrscher ist. Jetzt möchte er seinen Job erst recht ausführen - und kündigt das bei seinen vormaligen Vorgesetzten sogar noch an...
Belmondo macht wie immer das Rennen. Nicht nur er, sondern der ganze Film versprühen den typischen französischen Charme und Dialogwitz, der den Zuschauer und Freund des klassischen Stoffs genauso bei der Stange hält wie die enrome Spannungskurve. dabei fährt man durchaus mit politischen Unkorrekheiten auf und läßt durchweg grobe Sprüche vom Stapel, jedoch nie ohne das gewisse Augenzwinkern der typischen Belmondo-Streifen. Hinzu gesellt sich Ennio Morricones "Chi mai" - Stück, welches die gewisse Dramatik ausdrückt, mit der der gebeutelte Held unterwegs ist - jedoch nicht als weinerlicher Jammerlappen, sondern eben als Belmondo: grobschnäuzig, frech, französisch. Die ganze Zeit über behält er den Fokus auf sich, während der kurzweilige Streifen über den Bildschirm flimmert, doch auch die übrigen Schauspieler sieht man gerne vor der Kamera, wenn sie mit Joss Beaumont das Tanzbein schwingen. Und dabei bleibt er immer cool, zynisch und trocken - selbst wenn er von seinem Land, für das er getötet hat, verraten und sein Leben zerstört wurde.
Unterm Strich nicht der allerbeste Belmondo, aus heutiger Sicht leidlich spektakulär aber für Freunde des Stoffes immer wieder ein Fest und ein Grund, unter der Woche doch mal etwas länger aufzubleiben. Er ist und bleibt der Beste.