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Italien im Jahr 2000: es gibt keine Rohstoffe mehr, kein Öl, so dass auf den Straßen Kutschen, Rikschas und Fahrräder herumkurven. Glühbirnen gibt’s auf Flohmärkten als kuriose Objekte und aus Gewohnheit steht auch noch der Fernseher im Wohnzimmer, allerdings bleibt das Bild dunkel und dennoch versammelt sich die Familie davor. In dieser deprimierenden Situation arbeitet der Wissenschafter Professor Enrico Coppola (Gigi Proietti) an der Lösung der Energiefrage. Bald kommt ihm die glorreiche Idee, die beim Sex entstehende Energie aufzufangen, zu speichern und schließlich umzuwandeln, so dass man sie nutzen kann. Die ersten Tests mit seiner unfassbar scharfen Assistentin Piera (Eleonora Giorgi) laufen erfolgreich und bald knattert ganz Italien munter herum – sehr zum Leidwesen der Kirche. Besonders erfolgreicher „Produzent“ ist der Frauenheld Daniele (Christian de Sica), der sich in die sexy achtfache Mutter und Ehefrau Francesca (Agostina Belli) verliebt und dabei seeeeeeehr viel Energie produziert…

Wie man sieht: ein Film aus dem vollen Leben gegriffen, dabei eine tabulose und deprimierende Dystopie. Naja, nicht wirklich – Pasquale Festa Campaniles Film von 1975 (er kam 1981 auch in deutsche Kinos) ist eine bizarre, durchgeknallte und stellenweise amüsante Satire auf Sexfilme, gepaart mit Gesellschaftskritik und ironischen Momenten. So ist der Professor selber eher eine Lusche im Bett und seine Ehefrau treibt es lieber mit anderen Männern (und produziert dabei Strom) als mit ihm.

Das Grundkonzept des Films ist tatsächlich durchaus amüsant, die beiden männlichen Hauptdarsteller sind schräg genug, um zu überzeugen und die wunderschöne Agostina Belli zeigt komisches Talent als MILF (sozusagen). Wegen ihr und vor allem wegen Eleonora Giorgi, der ich doch extrem verfallen bin, habe ich mir den Film überhaupt besorgt und ich war dann doch angenehm überrascht, wie viele gesellschaftskritische und satirische Spitzen dieser Film hat. Irgendwann ist schließlich, aus Energiehunger, nur noch sexueller Verkehr erlaubt – Pärchen, die Händchen halten wollen im Park, werden eingebuchtet und zum Sex gezwungen.

Es kommen genug bekloppte Ideen vor, um sich ganz gut zu unterhalten, doch stellenweise gibt es einige Slapstickelemente in dem Film, die eher peinlich sind – aber zum Glück merkt man meist das heftige Augenzwinkern des Regisseurs.

Keine doppelbödige, intelligente Satire, eher eine ironische, sexistische Komödie und ja, Frau Belli und Frau Giorgi bieten ausreichend Nacktheit (vor allem Eleonora), um über eine intensive Stromerzeugung nachzudenken und dabei nicht an Windenergie oder Biomasse zu denken.

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