Wie das große Fest Liebe auch aussehen bzw. enden kann zeigt uns Regisseur Harold Ramis in "Ice Harvest", diesem durchaus sehenswerten Thriller, welcher obendrein durch gute Darsteller, allen voran John Cusack, zu überzeugen vermag.
Die Story ist relativ einfach gestrickt. Für Anwalt Charlie (John Cusack) und Vic (Billy Bob Thornton) gilt es, sich mit zwei Millionen Dollar, welche Sie ihrem Chef Bill Gerard abgenommen haben, über alle Berge zu machen. Doch schon relativ früh scheint der Plan zum scheitern verurteilt zu sein. Charlie wirft ein Auge auf die Stripperin Renata (Connie Nielsen), während sich Killer, welche sich das Geld zurückholen möchten an Ihre Fersen heften...Als gerade noch gut möchte ich die Story bezeichnen, da sie meines Erachtens nicht allzu viel Ideenreichtum mit sich bringt und auch nichts neues in sich birgt. Jedoch ist sie gut und lückenlos erzählt. Aber hierin liegen auch keinesfalls die Stärken von „Ice Harvest“, welche doch eher im Bereich der Inszenierung und Atmosphäre liegen. Aufgrund des jedoch sehr einfachen und direkten Erzählstils bleibt die Spannung dabei größtenteils auf der Strecke und auch mit Überraschungseffekten wird nicht unbedingt um sich geworfen.
Die Atmosphäre ist stets auf eine Art schön Weihnachtlich, andererseits aber auch ein klein wenig düster. Da sich der Handlungszeitraum lediglich über ein paar Stunden erstreckt, spielen sämtlöiche Aktionen auch lediglich in einer Nacht. In der Nacht vom 24.12. auf 25.12. Es kommt jedoch dabei sehr gut rüber, wie sich Charlie innerhalb kürzester Zeit vom seriösen Anwalt über den nervösen Verbrecher zum Mörder entwickelt, wobei letzteres schon fast ein klein wenig zu hart ausgedrückt sein mag. Als herausragend erschien für mich z.B. die Szene am Bootsteg, welche in eisiger Kälte einen gekonnten Mix aus Witz und Ernsthaftigkeit zeigt, wie übrigens die gesamte Laufzeit über. Dies ist eine der großen Stärken von „Ice Harvest“ – gekonnt die Balance zwischen ernsten und durchaus direkten und Gewalttätigen Szenen, verziert mit schwarzem Humor, sowie einer ordentlichen Portion Witz zu verbinden. Einige Szenen, sei es ziemlich am Ende mit dem Wohnmobil oder die mit der Schrotflinte sind in meine Augen einfach zum Brüllen komisch.
Die Darsteller, allen voran John Cusack machen ihre Arbeit hervorragend. Dies zeigt sich insbesondere in den zum Teil witzigen und sarkastischen, sowohl auch Nachdenklichen Dialogen, welche es gut proportioniert über die gesamte Laufzeit hinweg zu sehen bzw. bestaunen gibt.
„Ice Harvest“ ist ein vor Sarkasmus und daher auch schwarzem Humor strotzender Thriller, welcher es durchaus verdient hätte, in den deutschen Kinos gezeigt zu werden. Leider blieb ihm dies verwehrt. Er ist auf jeden Fall ein empfehlenswerter Streifen für all jene, welche sich für Thriller mit einer ordentlichen Portion Kriminalistischer Elemente begeistern können. Darsteller, Story und Atmosphäre sind sehr gelungen, leider bleibt dabei die Spannung ein klein wenig auf der Strecke. Meiner Meinung nach jedoch sehr empfehlenswert.