Eiskalter und tiefschwarzer Humor tragen in „The Ice Harvest“ ihre Früchte, die der geduldige Zuschauer zu ernten weiß.
Nach Charlie (John Cusack) und Vic (Billy Bob Thornton) ist der Coup klar: 2.147.000$ vom Mafiaboss klauen und so schnell wie möglich verduften, damit jener erst den Beschiss bemerkt, wenn es zu spät ist. Das klingt einfach, ist es theoretisch auch, aber wie es die Praxis so will: Fehlanzeige! Nicht nur die Wetterverhältnisse erschweren die schnelle und unbemerkte Flucht aus dem popeligen Nest in Kansas, sondern auch der Mafiaboss kehrt zurück, um den sich Vic jedoch schon gekümmert hat...
Charlie der Mafia Advokat ist ziemlich nervös, speziell als er den Verdacht schöpft, dass Vic ihn nach der Regelung der „Formalitäten“ (Leichen verschwinden lassen) umlegen will.
Dies sei nur ein kurzer Überblick über das Hauptgeschehen des Films, was sich aber im weiteren Verlauf noch ein wenig verästeln mag. Sehr genial! Mehr möchte ich nicht verraten, weil sonst der Film durchschaubar und somit Todsterbens langweilig wäre.
Zunächst wird der Zuschauer ziemlich im „Eisregen“ stehen gelassen, was den Raub und die Vorgeschichte der beiden Protagonisten anbelangt. Dies polarisiert die Zuschauer in zwei Fraktionen: Die einen, welche sich darüber beschweren mögen, dass die Figuren oberflächlich gezeichnet sind und die anderen die sich auf diese filmische Situation einlassen und mit Spannung erwarten, was es mit der Story auf sich hat. Der geduldige Zuschauer wird dann auch mit einem filigran konstruierten Puzzle belohnt, welches sich wirklich erst in seinem vollen Bild in den letzten zehn Minuten des Films offenbart. Selten hält ein so konstruierter Film den Zuschauer bei der Stange. Dazu tragen auch die hervorragenden Schauspieler bei, wobei besonders Billy Bob Thornton, in der Rolle des Pornokönigs, zu begeistern weiß. Auch Cusack weiß zu fesseln, jedoch steht er Thornton ein wenig nach, was aber auf den zu spielenden Charakter zurück zu führen ist. In weiteren Rollen, zum Teil nur ziemlich kurz, sind auch Randy Quaid, Bill Noble und die sehr süße Connie Nielsen zu bewundern. Sie alle leisten eine hervorragende schauspielerische Arbeit, wobei Quaid mir ganz besonders gut gefällt.
Ein weiterer Pluspunkt bei „The Ice Harvest“ ist der schwarze Humor. Sarkasmus und bildgewaltige Ironie reichen sich die Hände, was dem geneigten Zuschauer die Freudentränen in die Augen treibt.
Fazit:
Gute Story und Schauspieler, angereichert mit einer scharfen Prise schwarzem Humor, lassen diesen Film sehr kurzweilig wirken.
8,5 von 10 Punkten