John Carpenters "Vampire" aus dem Jahre 1998, gilt als kleiner Silberstreifen am Horizont, der in letzter Zeit mit Flops beseelten Filmkarriere von John Carpenter. Nachdem Carpenter in den 70ern und 80ern großartiges Horrorkino in Form von "The Fog" oder "Halloween" ablieferte, waren es in letzter Zeit eher Flops wie "Ghost of Mars". Doch "Vampire" stimmte die Fangemeinde recht versöhnlich, denn der recht klassisch angelegte Vampirstreifen hatte doch ein recht hohes Unterhaltungspotenzial. Anders dagegen die DTV-Sequels, die folgen sollten. Im ersten machte John Bon Jovi keine allzu gute Figur als Vampirjäger, doch alles in allem ging es dennoch einigermaßen solide zur Sache. Und als dritter Streich kommt nun mit "Vampires: The Turning" der totale Abstieg in die nimmermüde Videogruft scheußlicher Sequels. Denn hier regiert nun wirklich nur noch Stumpfsinn und Langeweile.
Dieses mal verschlägt es die Vampirjägerstory nach Tailand, in dem ein junges Ami-Pärchen Urlaub macht. Der weibliche Part dieses Paares wird dabei von einem blutrünstigen Vampirclan entführt und so macht sich der Freund und Held des Films auf die Suche nach ihr. Dabei stößt er auf einen zweiten, Menschen gegenüber, friedliebenden Clan von Vampiren, die mit den Entführern eh noch ein Hühnchen zu rupfen haben und sie machen sich gemeinsam auf die Jagd. Genauso wie ein alternder Vampirjäger... Klingt auf dem ersten Blick nach einem weiteren soliden Vampirstreifen, doch in Wirklichkeit ist der Inhalt dieses mal Murks in Hülle und Fülle. Schlechte Ideen, lausige Logik und wirklich langweilig bis zum geht nicht mehr, so spult sich die nichtssagende Handlung vor dem Zuschauer ab. Es gibt keine interessanten Wendungen, keine sympathischen Charaktere, nichts. Alles wurde auf ein 100% Klischeebehaftetes 08/15-Vampirfilmchen gebügelt, das einzig und allein durch seine Kulissen ein wenig aufsehen erregen kann.
Denn die tailändischen Ortschaften, in welchen der Film spielt, sind doch mitunter recht gut ausgewählt worden und bieten hier und da eine recht atmosphärische und fürs Auge gut verträgliche Umgebung, dessen Wirkung aber aufgrund der dämlichen Handlung gleich wieder eingerissen wird. Bluteffekte gibt es so gut wie gar keine, nicht einmal die Beisszenen wurden sonderlich blutig inszeniert, weshalb die FSK 16-Freigabe auch absolut verständlich ist. Dafür gibt es aber allerhand dämliche Computereffekte zu betrachten, vor allem als sich die Hauptfigur in einen der Vampire verwandelt, wird der Zuschauer wirklich minutenlang mit irgendwelchen schlampig hergestellten Computereffekten nur so zugedröhnt. Das hätte selbst bei einem Videofilm besser aussehen können.
Darstellermäßig wandelt die ganze Mannschaft ebenfalls auf typischem Videoniveau, wobei die tailändischen Schauspieler ihre Kollegen aus Amerika allesamt locker an die Wand spielen können. Vor allem Hauptdarsteller Colin Egglesfield wirkt den ganzen Film über total dröge auf den Zuschauer und kein bisschen glaubwürdig. Dagegen ist Dom Hetrakul als Oberbösewicht Niran doch einigermaßen als akzeptabel zu bezeichnen. Na ja, aber für ein Videoprodukt dieser Art wollen wir mal nicht kleinlich sein.
Fazit: Langweiliges, blutleeres und durchgehend absolut überflüssiges "Vampire"-Sequel aus der Videoecke, dass es wieder einmal nicht wert ist, auch nur in irgendeinem DVD-Player abgespielt zu werden. Eine nichtssagende 08/15-Vampirgeschichte, eine langweilige Handlung, furchtbare billige Spezialeffekte und zumeist austauschbare Schauspieler, können auch nicht durch die wunderbaren und mitunter recht atmosphärisch ausgewählten Kulissen gerettet werden. John Carpenters "Vampire" war unterhaltsam, Teil 2 immerhin noch solide, doch dieser dritte (und hoffentlich letzte) Teil hier ist eigentlich nur noch ein Staubfänger in jedem DVD-Regal. Und wer will schon Staub auf seiner Sammlung haben?
Wertung: 3/10 Punkte