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In Hellbound Hellraiser II wird die feine Manier des ersten Teils zum Anlass genommen, den Zuschauer diesmal etwas tiefer in die Gefilde der Hölle einzuführen. Viele Schauspieler des ersten Teils geben sich hier in ihren alten Rollen ein erneutes Stelldichein – auch Ashley Laurence (als Kirsty) ist wieder mit von der Partie.

Die Geschehnisse des zweiten Teils knüpfen nahtlos an die des Vorgängers an. Kirsty ist nach den schaurigen Vorfällen im Haus ihres Vaters in einer Irrenanstalt gelandet. Die wird zwangsläufig von einem fanatischen Doktor geleitet, dessen oberstes Ziel es ist, mit der Hölle in Kontakt zu treten. Auch er weiß um die mysteriösen Zauberwürfel, die als Focus der Verbindung zwischen der normalen Welt und der Hölle liegen. Nachdem er über Kirsty an die blutige Matratze gelangt, auf der ihre Stiefmutter zu Tode gekommen ist, bedient er sich flugs eines seiner Patienten und beschwört auf äußerst blutige Weise die Stiefmutter Julia aus der Hölle hervor. Zusammen tauchen sie in die Hölle hinab, doch Kirsty ist ihnen schon zusammen mit einem stummen Mädchen aus der Klinik, die sich gut mit Puzzles auskennt, auf die Schliche gekommen – und nicht nur die, sondern auch die Cenobiten lassen sich nicht lange bitten.

Teil 2 der Sage um den Pinhead stand nicht mehr unter der Regie des Autors und Urmeisters Clive Barker, dennoch erweist sich der Schocker als ausgeklügelt und atmosphärisch. Tony Randel hält sich durchaus an die Leitmotive des Vorgängers, und so wird auch in „Hellbound“ nicht mit ultrablutigen Einlagen und ekligen Effekten gegeizt. Und obwohl jeder Fan des ersten Teils den gleichen Stil erneut vorfinden wird, ist dennoch Vorsicht geboten, da die exzessiven Ausflüge in die Hölle selbst schnell zum Hauptthema des Films werden, und die Cenobiten überwiegend ihr surreales Heimspiel austragen. So fehlt es nicht an Innovation, und man wagt sich beim Thema Symbolik noch einen kleinen Schritt tiefer in die höllischen Gefilde vor als in Teil 1 geschehen. Zwar geht dabei etwas vom dunklen Grusel verloren, doch stattdessen wartet man mit teuflischen Metaphern und düsteren Verwirrspielen auf, die aus Hellraiser II eine absolut sehenswerte Fortsetzung machen.

Leider mangelt es hierzulande an ungeschnittenen Fassungen. Die ungeschnittene Bootleg-Fassung ist leider nicht ganz perfekt, da die Sprache gerne mal von Synchronisation zu O-Ton wechselt, was nur dann nicht ins Gewicht fällt, wenn man den Film von vornherein im Original anschaut.
Eine absolut gelungene Fortsetzung, vor der nur die zurückschrecken sollten, die keine Nerven wie Drahtseile haben.

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