Review

Nach dem Erfolg von Clive Barker´s „Hellraiser“ war klar, das eine Fortsetzung her musste. Schon im darauf folgendem Jahr kam „Hellraiser 2 - Hellbound“ heraus und Clive Barker gab die Regie an Tony Randel weiter. Der hat einen tollen Job abgeliefert und wahrscheinlich ist das der beste Film seiner Karriere. Vor allem hat er es geschafft das Niveau vom Vorgänger noch zu steigern und neue Akzente rund um das Hellraiser Thema zu erweitern. Clive Barker, der neben Peter Atkins gemeinsam das Drehbuch schrieb beteiligte sich auch an der Produktion mit.
Auch konnte man aus dem Vorgänger einen Großteil der Schauspieler wieder verpflichten, die die Geschichte um die Zenobiten konsequent weiter erzählten.
Das hier ist der beste Teil der ganzen „Hellraiser“ Saga.

Der Film geht genau da weiter wo er im Original aufgehört hat.
Einige kurze Zeit später wird Kirsty (Ashley Laurence) nach den Ereignissen des ersten Teils in eine psychiatrische Klinik unter der Leitung von Dr. Philip Channard (Kenneth Cranham) eingewiesen. Hier nimmt man sich ihrer an, denn man will erfahren was vorgefallen ist und wie es zu den vielen bizarren Morden kam. Doch keiner schenkt Kirsty´s abstrusen Geschichten Glauben und man behält sie erst mal noch zur Beobachtung da. Bald glaubt Kirsty von ihrem Vater aus der Hölle Hilferufe zu bekommen. Um dem Geschehen nachzugehen macht sie sich auf die Suche nach ihm. Doch Dr. Philip Channard ist ebenfalls an der Hölle interessiert und eine nichtsahnende Patientin öffnet durch den Würfel die Pforten zur Dämonenwelt. Von nun an werden wieder die Zenobiten gerufen und jeder befindet sich in der Hölle und ist auf der Suche nach etwas ...

Hier bekommt der Zuschauer als Einstieg gleich die Fortsetzung serviert, in der es noch härter zugeht als im Vorgänger. Man hat das Gefühl das Teil eins und zwei noch in etwa derselben Nacht spielen, und das Grauen hier erst richtig anfängt.
Auf jeden Fall bekommt man noch einige Szenen aus Rückblenden von Teil 1 präsentiert, so hilft es dem Zuschauer besser ins Geschehen einzusteigen.
Die Kulissen wirken hier noch um einiges bedrohlicher und dem Zuschauer laufen öfters kalte Schauer über den Rücken. Die Irrenanstalt, die dunklen Kellergewölben und ihre Patienten hätte man furchteinflößender nicht präsentieren kann. Hier wirkt alles düster, bedrohlich und auch der Arzt Dr. Philip Channard passt perfekt in das Geschehen.
Was interessant anzusehen ist, dass sich der total durchgeknallte Chefarzt Dr. Philip Channard mit dem Mythos um den Zauberwürfel und die Hölle schon länger beschäftigt und mit der Hilfe von Julia (Clare Higgins) die Zenobiten wieder aus der Hölle heraufbeschwört.
Danach fängt das Morden wieder an.

Die Gore-FX sehen noch um einiges professioneller aus, was daraus schließen lässt, dass der Film über ein höheres Budget verfügte. Die Morde sind mal wieder ultrahart und Blut spritzt auch in Mengen. Vor allem Julia´s Auferstehung und ihr hautloser mit Blut bedeckter Körper sehen verdammt gut aus und wirken einfach echt. Als der eine psychisch und geistig gestörte Patient an sich mit einem Rasiermesser herum schneidet sieht das auch FX-mäßig richtig gut aus.
Aber auch die Köstume der Zenobiten sehen wieder Klasse aus, nur hatte ich das Gefühl das sie im Original noch etwas furchteinflößender rüber kamen.
Als Kulisse dient neben der Irrenanstalt unter anderem diesmal ein tunnelartiges Labyrinth in der Hölle. Diese wird von den Protagonisten auch ausführlich durchleuchtet und es plagen jeden alptraumhafte Visionen und man begegnet wieder einst Verstorbenen aus dem Vorgänger.
Christopher Young´s Score ist natürlich auch hier wieder vertreten und wurde zum positiven hin ein wenig überarbeitet. So gewinnt der Film noch einiges mehr an Atmosphäre.

Ashley Laurence und Clare Higgins sind auch hier wieder mitten im Geschehen dabei und können sich sogar schauspielerisch noch etwas steigern.
Kenneth Cranham ist als psychopathischer Chefarzt auf jeden Fall ein Gewinn *Spoiler: Anfang
und durch seine Neugier mutiert es selbst am Ende zum Zenobiten
*Spoiler: Ende.
Dadurch wirkt er um einiges fieser als Pinhead & Co. und klopft Sprüche am laufen Band.
Als Anführer der Zenobiten ist auch wieder Doug Bradley als Pinhead zu sehen und sein Gefolge und er haben auch hier wieder recht wenig Screentime. Im ersten Teil fand ich sie zwar noch etwas bedrohlicher aber dennoch agieren sie hier auf ähnlichem Niveau des Vorgängers.
William Hope ist als junger Arzt Kyle MacRae in einer Nebenrolle zu sehen.
Und Imogen Boorman hat als Tiffany sowieso wenig Dialoge, da sie die meiste Zeit über des Films stumm bleibt.

„Hellraiser 2 - Hellbound“ ist für mich noch um einiges besser als das Original und punktet in jeder Hinsicht. Seien es die einfallsreichen Kulissen, die Atmosphäre oder der erhöhte Blutfaktor.
Die Hölle und die dunklen Gänge, der tunnelartige Irrgarten sowie die Irrenanstalt wurden toll von Tony Randel eingefangen.
Dies ist der beste Teil der Reihe und alle die daran mitwirkten haben einen phantastischen Job gemacht.
Und nicht vergessen: Während des Films keine Tränen vergießen, denn das wäre eine Verschwendung kostbaren Leidens!

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