Review

Nachdem ich vom ersten Teil sehr überzeugt wurde, dauerte es nicht lang, bis ich mich auch an das erste der mittlerweile 5 Sequels zu „Hellraiser" machte. Auch über diesen hatte ich vorher sehr viel gehört, natürlich nur Positives. Manche sagten und behaupteten sogar, „Hellbound" würde seinen Vorgänger sogar noch übertrumpfen. Dieser Aussage kann ich mir aber nicht anschließen, denn die vielen Effekte, die vor allem gegen Ende in Erscheinung treten, stören auf die Dauer und vor allem passen sie überhaupt nicht zum Rest des Films.
„Hellbound - Hellraiser 2" knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Kirsty erwacht in einer psychiatrischen Klinik, denn niemand glaubt die Geschichte und Erlebnisse, die sie zu erzählen hatte. Als sie aber ihrem behandelnden Arzt, Dr. Channard, etwas über die Matratze berichtet, auf der im ersten Teil Julia grausam getötet wurde, macht sich dieser auf, um die Matratze zu organisieren. Bald nimmt er einen Patient aus der Klinik mit zu sich nach Hause und legt ihn auf die Matratze. Währenddessen wurde Channard von einem seiner Helfer, Kyle, bis zu sich nach Hause verfolgt. Kurz darauf taucht aus der Matratze der Körper Julias auf, allerdings ohne Haut. Was Frank im ersten Teil war, ist nun Julia in diesem Film, denn sie braucht viel Blut, um sich zu regenerieren. Dr. Channard verschafft ihr einige Frauen, die Julia tötet. Kyle hat inzwischen Kirsty verständigt, die sich sofort in Richtung Channards Haus macht, um ihm den Würfel wegzunehmen. Als sie dort angekommen ist, muss sie entsetzt feststellen, dass jener tatsächlich mit Hilfe einer Patientin, Tiffany, die sich sehr für Puzzle interessiert, das Tor zur Hölle öffnen möchte. Julia schlägt Kirsty bewusstlos und verschwindet mit Channard zusammen durch das Tor. Als Kirsty wieder zu sich kommt, nimmt sie Tiffany mit sich und folgt den beiden.
Während die erste Stunde dem ersten Teil sehr ähnelt, sind die letzten 30 Minuten übertrieben ausgedrückt fast ein eigener Film, da hier „Hellraiser 2" schon das Science-Fiction- und Fantasygenre tangiert. Zu Beginn herrscht eine ähnliche Stimmung und Atmosphäre vor wie im Erstling, es wird sehr wenig gesprochen, es passiert eigentlich nie richtig viel, aber der Zuschauer hat stets das Gefühl, dass jede Sekunde etwas Besonderes oder Aufregendes passieren könnte. Meines Erachtens wird auch die Gewalt etwas expliziter und mehr ausgelebt als noch beim Vorgänger, der ja auch schon die ein oder andere härtere Szene zu bieten hatte. Wenn man auch nur die erste Stunde zu bewerten hätte, könnte man nicht viel von der Meinung von „Hellraiser" abweichen, es sind so gut wie keine Qualitätsunterschiede vorhanden. Langsam wird der Zuschauer auf das Ende hingeführt, ganz anders als bei vielen Mainstream-Filmen, bei dem die Regisseure immer die Angst besitzen, ja keine Szene zu drehen, die nur irgendjemand da draußen langweilig finden könnte. Somit kann es durchaus sein, dass einer, der „Scream" total „cool" und „geil" findet, sich mit den „Hellraiser"-Teilen nicht so begnügen kann, da sie wirklich sehr auf Atmosphäre und Spannung Wert legen. Humor ist hier ein Fremdwort.
Apropos Humor. Gegen Ende erinnert so Manches etwas an die beiden „Re-Animator"-Filme, als der wiedergenese Doktor Channard erscheint und uns seine ganzen Fähigkeiten demonstriert. Ich finde es teilweise lächerlich, zumindest in einem solchen Film, dem ebengenannten, etwas entstellten Doktor irgendwelche octopusartigen, ellenlangen Arme zu verpassen, aus denen dann und wann Augen, Finger und Ähnliches hervorsprießen. Die Effekte sind brillant, keine Frage, aber das nimmt etwas an Spannung, da teilweise der Eindruck entsteht, man hätte es mit einem Comic zu tun. Zumindest zum Schluss. Aber auch die Sequenz, in der der Doktor dann endgültig um die Ecke gebracht wird, hätte nicht so sein müssen, irgendwelche komischen Bälle werden in Richtung Tiffany and Kirsty geschossen, das sieht wirklich aus wie in einem Comicfilm!
Na ja, genug kritisiert, denn das war eigentlich schon das einzige Manko. Und es ist auch nicht wirklich eines, mir sagen Science-Fiction-Filme nur nicht so zu und daher war ich von dieser Tatsache schon etwas enttäuscht. Dennoch finde ich, es hätte ein etwas spannenderes und atmosphärisch dichteres Ende durchaus Sinn gehabt. Wer den ersten Teil gemocht hat, soll und muss sich natürlich auch den Nachfolger ansehen, der zwar nicht besser, aber größtenteils ebenbürtig ist. Aber eben nur größtenteils. Ansehen ist trotzdem Pflicht und den ein oder anderen kann die erste Stunde vielleicht sogar ziemlich schocken, denn mit Gewalt und blutigen Szenen wird da nicht gegeizt. Insgesamt „nur" 8/10 Punkte

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