Review

Ich finde es ehrlich gesagt erbärmlich, dass man diesem Film eine (wenn auch minimal) höhere Bewertung schenkt als dem Original.
Viele sehen im dritten den Beginn der abnehmenden Qualität. Ich sehe ihn aber sehr deutlich bereits hier.

Zuerst die positiven Aspekte des Films, die ihn knapp über dem Mittelmaß halten. Der Film knüpft nahtlos an den ersten an und behält die komplette Crew des ersten Films... Es wirkt (Herr der Ringe Style), als ob 1 und 2 zusammen gedreht wurden, da er ästhetisch und atmosphärisch sehr stark an den ersten erinnert, und die Idee Tony Randels den ersten und zweiten zu einem großen Epos zusammenzuschneiden finde ich irgendwie sehr reizvoll. Und auch hervorzuheben ist die anfängliche Ruhe und Entwicklung der Story, die anfangs noch einer gewissen Logik folgen kann.
Ich liebe die Wiedergeburt Julias, da sie komplett der Logik des ersten Teils folgt. Ich mag die makabre langsame Entwicklung Julias, wie sie sich Stück für Stück reanimiert, wie es Frank im ersten Film gerne wollte, nur die Zeit nicht fand. Die Figur des Dr. Channard ist sehr ausgeklügelt und strahlt Ambivalenz aus. Ein designierter Mensch der Foruschung verfällt dem eigenen Wissensdrang. Das finde ich genial und hätte auch im ersten Teil so besser herausgearbeitet werden können. Auch Pinhead hat am Anfang im Film wenig zu suchen, was wohltuhend ist. Das bekloppte Mädel in der Anstalt ist interessant auch wenn man sofort weiß was für eine Rolle sie einnehmen wird. Auch hat der Film sehr viele schöne surreale Einstellungen und Episoden. Man betrachte nur das Baby mit dem zugenähten Mund als Metapher für das Mädchen das nicht reden mag. Doch irgendwann ab der Hälfte kippt der Film und wird zum Schmu...

Denn der Film beansprucht Effektkino zu sein, was Hellraiser nicht sein sollte. Die Effekte sind beispiellos genial und blutig. Daran liegts also nicht.
Ich will mal ganz genau sagen was mich stört:
Die Humanifizierung der Zenobiten desillusioniert den Zuschauer und macht den Mythos der Cenobites gänzlich kaputt. Pinhead ist ein undurchschaubares Monster und hier hat er auf einemmal Erinnerungen an ein menschliches Leben. Wie grausam.
Seit wann haben Cenobites Gefühle? Warum lässt sich Dr. Channard als Cenobite von Julia verführen? Diese absolut grausame Kussszene zwischen Channard und (vermeintlich) Julia, die jedem Hellraiserfan die Tränen in die Augen treibt. Puff. Weg der Mythos und die Grausamkeit der Cenobites. Dass es mal Menschen waren lässt sich ertragen, aber dass sie immer noch rudimentäre Emotionen haben ist untragbar.
Der Kampf zwischen Pinhead und Channard ist auch nur forcierte Dramatik und effekthascherei. Wäre der Film doch bloß in England geblieben. Den Tod fand die Serie nämlich mit der Okkupierung der Amerikaner in diesen Film.

Julia meint, sie sei jetzt die Evil Queen und folgt ganz den Gesetzen einer typischen bösen Fugur. Vollkommen abgebrüht mit coolen Sprüchen. Warum ist sie denn kein Cenobite? Warum meint sie, dass sie nur entkommen konnte um neue Seelen zu beschaffen? Pah, wozu der Würfel, wenn es nur um die Quantität der Seelen geht, dann können sie ja gleich den Würfel zerschrotten. Frank kam auch ohne Auftrag aus der Hölle raus.
Noch ne Frage... Warum kann Frank mal eben so mir nichts dir nichts ne Message an Kirsty schicken? Und warum nimmt sie sofort an sie sei von ihrem Vater? Warum sollte er in der Hölle sein hatte er doch mit dem Würfel nix zu tun?

Fragen über Fragen, Unlogik über Unlogik.

Pure Effekthascherei nach einem starken Anfang.

Was bleibt ist ein solider (amerikanischer) Horrorfilm der den Gesetzen des soclhen treu bleibt und die Popcorn Industrie fördern will.

Sozusagen der Anfang vom ende.
Dennoch schöne Einstellungen und klasse Musik von Christopher Young... (der sich als einziger steigern konnte)

Wer den späteren Teilen Oneliner unterstellt hört sich mal den hier an:
"The doctor is in, I recommend amputation." (ha ha ha)

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