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Jet Li und Corey Yuen wieder vereint, diesmal ist es allerdings kein Wire Fu Feuerwerk wie die beiden "Fong Sai-Yuk" Filme, sondern ein Gegenwartsactioner. „The Bodyguard von Beijing“ entstand im Zuge des amerikanischen Schmalzschinkens "Bodyguard" mit Kevin Costner und Whitney Houston in den Hauptrollen.

Die Hongkong Variante zeigt sich deutlich actionreicher als das US-Pendant, spart aber auch nicht an Kitsch und Herzschmerz. Actionstar Jet Li schlüpft in die Rolle des chinesischen Leibwächters Alan Hui, der auf seiner ersten Mission nach Hongkong geschickt wird. Dort soll er eine Klientin beschützen die in einem Gangsterprozess aussagen soll. Alan zeigt sich von seiner harten Seite und stellt das Haus seines Auftraggebers und dessen Tochter Michelle (Christy Chung) gehörig auf den Kopf. Michelle wird zu ihrem Schutz im eigenen Heim eingesperrt, womit sie ganz und gar nicht einverstanden ist. Bei einem Shoppingausflug schlagen die Verbrecher zu, nur durchs Alans schnelles Eingreifen bleibt Michelle unversehrt.

"Bodyguard from Beijing" ist ein etwas ungewöhnlicher Jet Li Film, da Inhalt und Action etwas eigene Wege gehen. Li in der Rolle des Bodyguards gehört noch zum erfreulichen Teil, denn sein starrer Gesichtsausdruck und das minimalistische Mienenspiel passen ganz gut. Zwar kann er sich nicht so fulminant in Szene setzen wie in anderen seiner Werke, dafür entschädigt aber das gute Zusammenspiel mit Co-Star Christy Chung. Nach dem gescheiterten Attentatsversuch verliebt sie sich in ihren Bodyguard, was nicht nur eine schmalzige Lovestory mit sich bringt sondern auch einige witzige Momente. Li und Chung harmonieren zwar ganz gut zusammen, dennoch ist die Liebesgeschichte wenig einfallsreich und schon früh vorhersehbar. Der übermäßige Einsatz von kitschigen Elementen ist auf Dauer auch etwas nervig, immerhin soll doch eigentlich die Action im Vordergrund stehen.
Ganz witzig sind auch die beiden anderen Leibwächter, die nicht nur äußerst tollpatschig sind sondern auch reichlich überfordert mit ihrem Job.

Da wären wir auch gleich bei einem weiteren Problem des Films. So meinte man wohl im Fahrwasser von John Woo mitschwimmen zu müssen, denn im Film wird vorrangig auf Waffengewalt gesetzt. Die Shootouts haben es zwar durchaus in sich, verlieren durch den geradezu inflationären Einsatz früh ihren Reiz. Die Ballereinlagen wiederholen sich zu oft und verlaufen immer nach dem gleichen Schema, zudem wird Li geradezu übermenschlich dargestellt und kann aus jeder akrobatischen Verrenkung einen sicheren Treffer landen. Jet Li mit Waffen ist überhaupt etwas gewöhnungsbedürftig, liegt seine eigentliche Stärke doch bei Martial Arts. Davon gibt es aber nur wenig zu sehen, bis auf ein paar akrobatische Einlagen lässt man nur im Finale die Fäuste sprechen. Doch auch hier ärgert der aus dem Hut gezauberte Klischee-Bösewicht, dessen Bruder getötet wurde und daher Rache üben will. Immerhin der Showdown ist ganz ordentlich geworden und bietet einen harten Schlagabtausch, die Kohlen lassen sich zu diesem Zeitpunkt aber auch nicht mehr aus dem Feuer holen. Da mit Regisseur und Choreograph Corey Yuen auch noch einer der besten Actionregisseure Hongkongs verpflichtet wurde, muss man die Messlatte höher legen und dann bleibt unterm Strich ein recht mageres Ergebnis.

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