Review

"Hustle and Flow" hat mich wirklich überrascht: Mit relativ niedriger Erwartungshaltung ging ich an diese John Singleton-Produktion und rechnete bestenfalls mit einem zweiten "8 Mile". Doch weit gefehlt:

Begeistert hat mich vor allem Hauptdarsteller Terrence Howard, der mir bisher schon oft positiv in Nebenrollen aufgefallen war. Seinem Charakter DeeJay verleiht Howard auf jeden Fall viel Tiefe und Authentizität, weitab von der Pseudo-Schauspielerei eines Eminem oder 50 Cent.

Inszeniert ist "Hustle and Flow" sehr sauber und leider ein wenig zu schnörkellos und unterhaltsam. Für einen solchen Film werden aber erstaunlich wenig Klischees bedient und das Drehbuch ist sehr bemüht nicht in Oberflächlichkeiten abzudriften.

Adäquat besetzt sind viele Nebenrollen, auch wenn Leute wie Ludacris und Isaac Hayes natürlich keine schauspielerischen Akzente setzen können - die Präsenz alleine ist es die hier punktet.

Eins sei aber klar gestellt: Da es sich hier nicht mal annähernd um ungeschliffenes Independent-Kino handelt, sondern um halbwegs ambitionierten Kommerz darf man auf keinen Fall eine authentische Studie erwarten Zwar ist "Hustle and Flow" nicht wirklich unrealistisch, insgesamt gibt es aber zu viele Zugeständnisse an das MTV-Zielpublikum als das man von einem wirklich tiefsinnigem Film reden kann. Dafür ist die Moral am Ende doch ein wenig zu platt geraten...

6,5 / 10

Fazit: Sehenswertes Mainstream-Kino, hat mir persönlich besser gefallen als jede Regie-Arbeit von John Singleton.

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