Des Pimps Rettung sei die Musik
Was heutzutage alles unter „Paramount Classic“ läuft? Das war bei den Firmenlogos mein erster Gedanke. Doch kurz darauf wurde mir das Label überdeutlich verständlich, da „Hustle & Flow“ nun erstens auch schon fast 20 Jahre auf dem Buckel hat und er zweitens in seinen rar bestellten Subgenres durchaus schon als junger Klassiker angesehen werden darf. Außer „8 Mile“ und „Paid In Full“ hat er aus seiner Epoche aber natürlich auch nicht allzu viel Konkurrenz. In den 90ern sieht das mit Ghetto-Gangster-Meilensteinen a la „Menace 2 Society“ wiederum ganz anders aus. Und von den 70s mit „Shaft“, „Superfly“ und Co. ganz zu schweigen. Eine neue Renaissance der Ghettodramen konnte „Hustle & Flow“ sicher nicht lostreten. Ein vollkommen solider Beitrag seiner Zunft ist und bleibt er aber in jedem Fall. Wir folgen einem mit sich, seiner Welt und Bestimmung hadernden Zuhälter, dessen Herz eigentlich der Musik gehört, die ihn aus seiner dunklen Einbahnstraße des Lebens führen könnte…
It's hard out here for a Rapmovie
„Hustle & Flow“ hat den Look eines Blacksploitationer, die Seele eines R&B-Songs, die Sprache des Rap und die Schauspieler der Straße. Craig Brewer beweist einmal mehr ein gutes Gefühl für schwarze Musik, schwarze Bevölkerungsschichten, schwarze Träume, schwarze Lebweisen, schwarze Einstellung, schwarzen Struggle. Für jeden der auf Black Music steht sollte „Hustle & Flow“ Pflichtprogramm sein. Aber auch der Rest guckt gerne mal rein. Untrashig, schwitzig, realistisch, ungeschönt, rhythmisch. Vor allem die heissen Temperaturen innerhalb der Booth aber auch allgemein in diesem Sommer, in dem der Film spielt, werden grandios eingefangen. Dass das Leben einem oft genug Steine in den Weg schmeißt. Dass man nicht aufgeben sollte. Dass man seinem Traum folgt. Das klingt alles wie Plattitüden, aber „Hustle & Flow“ bringt's durchaus glaubhaft und gefühlsecht rüber. Auf den spuren von „Roots“, „Oz“ und ein wenig auch der Gangsterfilme aus den 90ern. Nur mit mehr Musik und etwas weniger Einschusslöchern.
Fazit: zuhören statt zuhalten… „Hustle & Flow“ ist ein moderner Blacksploitation-Musik-Klassiker bei dem man sehr viele Töne feiert!